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5G: Der Ausbau hinkt hinterher

Die Menge an Daten, die wir mit Mobilgeräten in der Schweiz senden und empfangen, verdoppelt sich jährlich. Der Ausbau der dafür benötigten 5G-Antennen gerät hingegen ins Stocken.

Kaum jemand kommt heute ohne mobiles Gerät aus – sei es, um Social Media zu besuchen, Filme zu streamen oder Nachrichten zu versenden. Doch selbst Menschen, die nicht mit einem Smartphone oder Computer übers Mobilfunknetz im Internet surfen, sind Nutzniesser der «Handyantennen».

So gelangen etwa Fahrgastinformationen über das Mobilfunknetz auf Informationsdisplays an Haltestellen oder in Fahrzeugen. Intelligente Stromzähler werden über Mobilfunk ausgelesen. Daten für die öffentliche Sicherheit werden ebenfalls auf diesem Weg verschickt.

Dabei greift ein Netz von Tausenden Mobilfunkantennen ineinander. Diese sind ihrerseits wiederum an Glasfaserkabel angeschlossen und nutzen auf dem jeweils effizientesten Weg die Datenautobahnen der Luft und im Boden.

5G: Frau mit Smartphone und Laptop
Das 5G-Netz nutzen wir nicht nur beim Surfen im Internet über Smartphones oder Laptops.

3G und 4G reichen nicht

Doch um die steigenden Anforderungen bestehender und zukünftiger Services und Technologien an die Leistung des Mobilfunks zu erfüllen, reichen die Mobilfunkgenerationen 3G und 4G bekanntlich nicht aus. Diese Standards sind mit 15 respektive 10 Jahren veraltet.

Denn nicht nur die Menge an übertragenen Daten nimmt von Tag zu Tag und Jahr zu Jahr zu. Auch die Ansprüche der modernen Gesellschaft steigen. Für die Fernsteuerung von Geräten in der Cloud, die Paketzustellung durch Drohnen oder selbstfahrende Autos braucht es eine Übertragung von Informationen in Echtzeit. Mit den Daten sollen schliesslich Prozesse gesteuert, gleichzeitig überwacht und möglichst auch noch Fehler ausgemerzt werden.

Die Anfänge von 5G in der Schweiz

Aus diesem Grund hat der Bundesrat im November 2017 bereits bevor der 5G-Standard verfügbar war, die entsprechenden Frequenzbänder (700 MHz und 3,5 GHz) reserviert. Die Kommunikationskommission Comcom hat daraufhin im Februar 2019 die neuen Frequenzen an die Mobilfunkbetreiber vergeben. Ab diesem Zeitpunkt konnten diese mit dem Ausbau respektive der Umrüstung der bestehenden Antennen beginnen.

Der Clou von 5G: Die neuen adaptiven Antennen können Daten gezielt an einzelne Nutzer übertragen, die Sendeleistung in die anderen Richtungen reduzieren und so die Effizienz massiv steigern.

5G erlaubt:

  • Eine Reaktionszeit (Latenz) von weniger als einer Millisekunde. Das ist 30- bis 50-mal schneller als bei 4G.
  • Eine Datenübertragungsrate von 10 Gbit/s. Das ist 100-mal höher als bei 4G.
  • Den gleichzeitigen Anschluss von 100-mal mehr Endgeräten. Das bedeutet eine mögliche Vernetzung von 1 Million Geräten pro Quadratkilometer.

5G-Antenne vor blauem Himmel
Die adaptiven 5G-Antennen können Daten gezielt an einzelne Nutzer übertragen, die Sendeleistung in die anderen Richtungen reduzieren und so die Effizienz erheblich steigern.

Der Stand heute

Mittlerweile hat allein Swisscom in der Schweiz über 6000 adaptive Antennen installiert. Die gute Nachricht ist, dass damit der für die Grundversorgung beauftragte Betreiber bereits für 90 Prozent der Bevölkerung eine Abdeckung mit 5G bietet.

Allerdings reicht das nicht aus, um die steigenden Kapazitätsbedürfnisse zu decken. Lediglich ein Bruchteil (5 statt 30 Prozent) des wachsenden Datenverkehrs lasse sich mit 5G abfedern, sagte im Oktober 2021 Swisscom-Chef Urs Schäppi gegenüber SRF. Das Problem: Bisher konnten die Mobilfunkbetreiber bestehende Antennen ohne Baubewilligung auf die 5G-Technologie umrüsten. Nur für neue Antennen war ein ordentliches Verfahren nötig.

Das hat gute Gründe: In der Schweiz herrscht seit 2010 Technologieneutralität. Die Betreiber müssen nicht angeben, welche Übertragungstechnologien auf einer bestehenden oder projektierten Anlage genutzt werden. Denn die Übertragungstechnologie wird nicht in die Berechnung der Feldstärken einbezogen. Somit hat sie für die Einhaltung der Strahlungsgrenzwerte der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung keine Relevanz.

Der 5G-Ausbau stockt

Ende September vergangenen Jahres hat nun aber die Interkantonale Bau-, Planungs- und Umweltdirektorenkonferenz (BPUK) aufgrund eines Rechtsgutachtens seinen Mitgliedern empfohlen, dass sich das ändern soll. Da es jetzt für jede Änderung an Antennen ein Bewilligungsverfahren braucht, sind auch Einsprachen möglich. Kurz: Es herrscht wegen des BPUK-Entscheids Rechtsunsicherheit, weil sich die Weisungen der Kantone von jenen des Bundes unterscheiden.

Die Betreiber könnten also theoretisch weiter mit 5G vorwärts machen, müssen dann aber jeweils mit Einsprachen aus der Bevölkerung rechnen. Klar ist nur, dass die Betreiber im Standortdatenblatt die Technologie nicht angeben müssen.

Um die Bevölkerung dennoch über die auf bestehenden Anlagen genutzten Technologien zu informieren, bietet das Bundesamt für Kommunikation BAKOM eine Karte an. Diese weist für jeden Mobilfunkstandort der Schweiz die aktuell genutzten Übertragungstechnologien aus. Die interaktive Karte wird etwa alle zwei Wochen aktualisiert.

Und zum Schluss noch dies

Menschen, die Angst vor Strahlungsschäden durch Handykonsum haben, könnte eine neue, grossangelegte Studie der Universität Oxford etwas beruhigen. In diese gingen Daten von über 770’000 Frauen ein, die regelmässig befragt und untersucht werden.

Bei 0,42 Prozent der Frauen wurde im Untersuchungszeitraum ein Hirntumor diagnostiziert. Der Studie zufolge zeigten sich jedoch keine statistisch relevanten Unterschiede zwischen regelmässigen Nutzerinnen von Mobiltelefonen und Teilnehmerinnen, die nie ein Handy verwendet hatten.

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