DSL oder Glasfaser: Was ist der Unterschied?
Blog| Lesezeit: 4 Minuten
Veröffentlicht: 5. August 2025 Zuletzt bearbeitet: 31. Oktober 2025
Wo liegt der Unterschied zwischen DSL und Glasfaser? Ist DSL oder Glasfaser besser? Und kann ich beides gleichzeitig nutzen? Unsere Übersicht verschafft Ihnen den Durchblick.
Das Internet kann über verschiedene Wege zu uns nach Hause oder ins Büro kommen. Am verbreitetsten sind in der Schweiz die Festnetztechnologien Glasfaser und DSL. Bei der Glasfaser erfolgt die Übertragung über ein Glasfaserkabel, bei DSL über ein Kupferkabel (Zweidraht-Telefonkabel).
Doch wo liegt genau der Unterschied? Soll ich DSL oder Glasfaser wählen? Welche Technologie ist besser?
Die Unterschiede von Glasfaser und DSL in Kürze
- Technologie: DSL läuft über ein Kupferkabel, Glasfaser über ein Glasfaserkabel
- Geschwindigkeit: Glasfaser erlaubt deutlich höhere Geschwindigkeiten als DSL
- Stabilität: Glasfaser ist weniger störungsanfällig als DSL
- Verfügbarkeit: DSL ist vor allem in ländlichen Gebieten aktuell noch stärker verbreitet als Glasfaser
- Zukunft: Das DSL-Netz wird in der Schweiz bis 2035 abgeschaltet
Was ist DSL?
DSL steht für «Digital Subscriber Line», auf Deutsch «digitaler Teilnehmeranschluss». Die Technologie ist in den meisten Schweizer Haushalten über ein Kupferkabel des ehemaligen Telefonanschlusses verfügbar.
Dabei ist die Kupferleitung immer an einen Verteiler angeschlossen. Die maximal verfügbare Geschwindigkeit einer DSL-Leitung hängt neben der eingesetzten Technologie von der Distanz zu diesem Verteiler ab.
Auf kurzen Distanzen lassen sich mit G.Fast hohe Geschwindigkeiten erreichen. Die damit maximal erreichbare Geschwindigkeit beträgt 500 Mbit/s. Um diese kurzen Distanzen zu erreichen, sind die Verteiler nahe am Gebäude in Strassenschächten platziert und per Glasfaser gespeist.
DSL ist anfälliger auf Störungen als Glasfaser. Da DSL über nicht abgeschirmte Leitungen, die als Antennen wirken, übertragen wird, stört DSL das Funkspektrum auf Kurzwelle. Umgekehrt wird dadurch auch DSL durch alles gestört, was auf Kurzwelle sendet. Ausserdem hat die Beschaffenheit der Kupferleitung grossen Einfluss auf die Übertragungsqualität. Deshalb ist DSL nicht so stabil und die Internetgeschwindigkeit kann schwanken.
Wie lange wird es DSL noch geben?
Da DSL gegenüber Glasfaser keine Vorteile bietet und veraltet ist, wird es mit dem Ausbau der Glasfaserinfrastruktur bis 2035 schrittweise abgeschaltet. Bis dann sollte die überwiegende Mehrheit der Gebäude in der Schweiz mit Glasfaser erschlossen sein.
Wie sieht eine DSL-Steckdose aus?
Es gibt drei verschiedene Arten von DSL-Steckdosen in der Schweiz:
- Die DSL-Dose (auch RJ45) ist die modernste DSL-Steckdose. Hier können Sie Ihren Router direkt anschliessen.
- Ebenfalls noch stark verbreitet ist die Reichle-Dose (auch TT83) oder moderne Telefondose. Bei dieser Dose benötigen Sie einen Adapter.
- In alten Gebäuden kann es auch 4-polige TT-Dosen oder alte Telefondosen geben. Dafür benötigen Sie ebenfalls einen Adapter.

Was ist Glasfaser?
Die Glasfaser ist ein Kabel, das aus einem ganz feinen Glaskern besteht (dünner als ein Haar). Bei dieser Technologie werden Signale mittels Licht übertragen.
Bei der Übertragung mittels Licht ist die Geschwindigkeit praktisch unabhängig von der Distanz. Daher sind mit Glasfaser sehr hohe Internetgeschwindigkeiten möglich. Im Labor wurden bereits über 1 PBit/s erreicht, das sind eine Million Gbit/s. In der Praxis werden heute im Internet-Backbone Leitungen mit 400 Gbit/s eingesetzt und in der Schweiz sind teilweise Glasfaser-Anschlüsse bis zu 25 Gbit/s erhältlich.
Wann erhalte ich Glasfaser?
Mittlerweile sind in der Schweiz immer mehr Gebäude mit Glasfaseranschlüssen ausgestattet. Da der Bauaufwand jedoch beträchtlich ist, wird es noch einige Jahre dauern, bis alle davon profitieren können. Bis im Jahr 2035 sollten in der Schweiz nahezu alle Haushalte mit einem Glasfaseranschluss versorgt sein. Der Breitbandatlas des BAKOM gibt über den Stand der Dinge Auskunft.
Wie sieht eine Glasfaser-Steckdose aus?
Haushalte, die bereits mit Glasfaser erschlossen sind, sollten über eine Glasfaser-Steckdose verfügen. Diese ist auch als OTO-Dose bekannt (optische Telekommunikationssteckdose).
Damit sich eine Glasfaser-Leitung leicht erkennen lässt, hat jede Glasfaser-Steckdose eine spezifische Identifikationsnummer, die sogenannte OTO-ID, z. B. B.101.101.114.6.
Auf älteren Steckdosen findet sich anstelle einer OTO-ID oft eine sogenannte Wallplug-ID mit folgendem Format: WP123456.

Ist DSL oder Glasfaser besser?
Glasfaser erlaubt deutlich höhere Geschwindigkeiten als DSL. Ausserdem ist die Up- und Download-Geschwindigkeit bei Glasfaser meistens identisch, bei DSL ist der Upload hingegen meist langsamer als der Download.
Glasfaserkabel sind zudem viel weniger störungsanfällig als Kupferkabel. Daher ist das Internet mit Glasfaser stabiler.
Wenn Sie über den entsprechenden Anschluss verfügen, ist Glasfaser also grundsätzlich die bessere Wahl als DSL.
Habe ich Glasfaser oder DSL?
Sie sind sich nicht sicher, ob bei Ihnen Glasfaser oder DSL verfügbar ist?
Mit unserem Verfügbarkeits-Checker können Sie prüfen, ob Sie bereits Glasfaser haben oder noch auf DSL ausweichen müssen. Dazu geben Sie einfach Ihre Adresse ein. Anschliessend sehen Sie, welche Technologie bei Ihnen verfügbar ist.
Kann ich Glasfaser und DSL gleichzeitig nutzen?
Glasfaser und DSL lassen sich auch parallel nutzen. Zwei verschiedene Anschlüsse ergeben dann Sinn, wenn Sie auf unterbruchfreies Internet angewiesen sind.
In so einem Fall eignet sich Glasfaser als primärer Anschluss und DSL als sogenannter Fall-back-Anschluss. Fällt eine Leitung aus, können Sie auf die andere ausweichen.

Henry Salzmann ist CISO und seit 2018 bei iWay. Der diplomierte Elektroingenieur begeistert sich für WLAN, TV, Telefonie und Sicherheit. Seine Steckenpferde sind Smart Home, Amateurfunk und Making.
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