Internet für Gaming: Wie viel Speed und welchen Ping braucht es wirklich?
Blog| Lesezeit: 9 Minuten
Veröffentlicht: 1. September 2026
Ruckler im entscheidenden Moment, ein Gegner, der schneller schiesst als Sie klicken – schuld ist oft nicht Ihr Können, sondern das Internet. Wir zeigen Ihnen, wie viel Bandbreite Sie für Gaming wirklich brauchen, warum der Ping wichtiger ist und wie Sie Ihre Internetverbindung fit fürs Zocken machen.
Kaum etwas ist frustrierender, als in einem knappen Match zu verlieren, weil das Bild kurz einfriert. Sie drücken, aber die Figur reagiert einen Wimpernschlag zu spät – als hätte sie kurz über den Sinn des Lebens nachgedacht. In schnellen Shootern wie Call of Duty, Battle-Royale-Titeln oder auch bei FIFA entscheidet genau dieser Moment über Sieg oder Niederlage.
Die gute Nachricht: Für flüssiges Gamen brauchen Sie keinen 10-Gbit/s-Anschluss. Viel wichtiger sind eine stabile Leitung und ein niedriger Ping. In diesem Beitrag räumen wir mit Mythen auf und beantworten die Fragen, die Gamerinnen und Gamer wirklich googeln: Welche Technologie ist die beste? Wie schnell muss mein Internet für Gaming sein? Was bedeuten Ping, Lag und Input-Lag? Und bringt ein VPN beim Zocken etwas?
Das Wichtigste in Kürze
- Speed ist nicht alles: Reines Online-Gaming verbraucht wenig Bandbreite – oft genügen 16 bis 50 Mbit/s. Wichtig wird die Internetgeschwindigkeit erst beim Herunterladen der riesigen Spiele und Updates.
- Der Ping entscheidet: Unter 30 Millisekunden ist ideal, unter 15 ms top. Ab rund 100 ms werden schnelle Games unspielbar.
- Kabel schlägt Funk: Ein LAN-Kabel liefert die stabilste und schnellste Verbindung mit dem tiefsten Ping. WLAN kann die Latenz um 20 ms oder mehr erhöhen.
- Glasfaser ist die beste Basis: Die Technologie bietet hohe, symmetrische Geschwindigkeiten und die tiefsten Latenzen – ideal fürs Gaming und Cloud-Gaming.
DSL, Kabel oder Glasfaser: Welcher Anschluss ist der beste zum Zocken?
Ihr Internet kann über verschiedene Wege zu Ihnen nach Hause kommen. Bei uns in der Schweiz sind vor allem DSL (über das Kupfer-Telefonkabel) und Glasfaser verbreitet.
Beim Internet für Gaming gilt: Glasfaser ist die erste Wahl. Die Daten reisen dabei als Lichtsignale durch das Kabel, was für sehr niedrige Latenzen und stabile, symmetrische Geschwindigkeiten sorgt. Genau das ist beim Zocken Gold wert. Ein weiterer Pluspunkt: Bei Glasfaser gibt es – anders als bei DSL – auch bei einem längeren Anschlusskabel keine Geschwindigkeitsverluste.
Aber keine Sorge, wenn bei Ihnen noch keine Glasfaser liegt. Eine moderne DSL-Leitung mit 50 Mbit/s oder mehr (über die neuere VDSL- oder G.fast-Technologie) liefert stabile Ping-Werte und reicht für die allermeisten Spiele problemlos. Wichtig zu wissen: Swisscom legt sein Kupfernetz bis spätestens 2035 komplett still. Glasfaser ist also so oder so die Zukunft.
Tipp: Ob an Ihrer Adresse Glasfaser oder DSL verfügbar ist, finden Sie in wenigen Klicks mit unserem Adress-Prüfer heraus.
Welche Internetgeschwindigkeit brauche ich für Gaming?
Jetzt zur wohl meistgestellten Frage: Welche Internetgeschwindigkeit braucht es fürs Gamen? Die Antwort überrascht viele: Reines Online-Gaming braucht erstaunlich wenig Bandbreite. Ihre Spieleingaben sind winzige Datenpakete. Für die meisten Online-Spiele genügen deshalb 16 bis 50 Mbit/s im Download locker.
Warum lohnt sich dann ein schnelleres Internet-Abo trotzdem? Wegen dem Herunterladen von Games und Updates. Denn moderne Spiele sind gigantisch:
- Call of Duty (Warzone / Modern Warfare): je nach Installation 125 bis über 250 GB
- GTA V: Die Download-Grösse liegt je nach Edition bei rund 89 bis 104 GB, installiert belegt das Spiel gut 105 GB.
- FIFA bzw. EA SPORTS FC: Die aktuellen Ausgaben belegen auf dem PC rund 50 bis 100 GB – dazu kommen über die Saison regelmässig mehrere Gigabyte an Squad- und Gameplay-Updates.
- ARK: Survival Evolved: Das Sandbox-Game von Studio Wildcard bringt es mit allen Erweiterungen auf rund 275 GB – mehr als manche SSD überhaupt fasst.
Dazu kommen ständige Updates und Patches, die oft mehrere Gigabyte gross sind. Mit einer 50-Mbit/s-Leitung warten Sie auf ein 150-GB-Spiel schon mal geschlagene 7 Stunden. Mit 1 Gbit/s laden Sie das Spiel hingegen in rund 20 Minuten. Und wer durchgängig 10 Gbit/s hat, wartet knapp 2 Minuten. Wer nicht ewig warten will, ist mit einem schnellen Anschluss klar im Vorteil.
Ein zweiter Faktor ist Ihr Haushalt. Wenn parallel jemand in 4K streamt, im Homeoffice videotelefoniert und die Konsole nebenbei ein Update zieht, addieren sich diese Ansprüche. Als grobe Faustregel gilt:
- 1 Person, gelegentliches Zocken: 50 bis 100 Mbit/s
- Ambitioniertes Gaming, ab und zu Downloads: 100 bis 500 Mbit/s
- Mehrere Gamer im Haushalt, Streaming auf Twitch/YouTube: 500 Mbit/s bis 1 Gbit/s oder mehr
Streamen Sie selbst, achten Sie besonders auf den Upload. Hier empfehlen sich mindestens 15 bis 30 Mbit/s für ein ruckelfreies Bild.
Tipp: Wie Sie generell die passende Bandbreite für Ihren Haushalt berechnen, erfahren Sie in unserem Beitrag Welche Internetgeschwindigkeit brauche ich?

Cloud-Gaming: Hier wird Bandbreite plötzlich wichtig
Cloud-Gaming (z. B. GeForce Now oder Xbox Cloud Gaming) ist der Spezialfall: Hier läuft das Spiel auf einem externen Server und wird als Videostream zu Ihnen übertragen. Beim normalen Online-Gaming übertragen Sie Game-State. Bei Cloud-Gaming übertragen Sie permanent einen Videostream und brauchen gleichzeitig eine geringe Latenz.
NVIDIA nennt für GeForce Now konkret mindestens 15 Mbit/s für 720p bei 60 FPS, 25 Mbit/s für 1080p bei 60 FPS und mindestens 45 Mbit/s für 4K bei 120 FPS – dazu weniger als 80 ms Latenz zum Rechenzentrum, empfohlen unter 40 ms.
Microsoft empfiehlt für Xbox Cloud Gaming rund 10 Mbit/s im Minimum und 20 Mbit/s für das beste Erlebnis, da xCloud bandbreitengünstiger arbeitet. Wichtig ist in beiden Fällen eine dauerhaft stabile Verbindung – Glasfaser bietet hier die klar beste Basis.
LAN vs. WLAN: Warum das Kabel gewinnt
Wer es ernst meint, spielt per Kabel. Denn ein LAN-Kabel (Ethernet) führt direkt vom Router zu Ihrer Konsole oder Ihrem PC – ohne Umwege, ohne Funkstörungen.
Die Vorteile eines LAN-Kabels:
- sehr niedrige, konstante Latenz
- kaum Aussetzer oder Verzögerungen
- ideal für schnelle Reaktionen und kompetitives Gaming
WLAN ist bequem, aber störanfällig. Wände, Möbel, die Mikrowelle und die gefühlt 17 Funknetze Ihrer Nachbarn können das Signal beeinträchtigen. Das erhöht nicht nur die Gefahr von Rucklern, sondern auch die Latenz – schnell um 20 ms oder mehr.
Geht es beim Gamen nicht ohne WLAN, holen Sie das Maximum heraus: Spielen Sie möglichst im 5-GHz- oder 6-GHz-Band statt im überfüllten 2,4-GHz-Band. Ist Ihr WLAN oft überlastet, hilft der richtige WLAN-Kanal. Und wenn das Signal im Gaming-Zimmer einfach zu schwach ankommt, kann ein WLAN-Repeater die Reichweite unter Umständen verbessern.

Welcher Ping ist gut zum Gamen?
Als Orientierung gelten diese Richtwerte:
- Unter 15 ms: hervorragend, typisch für Glasfaser
- 15–30 ms: sehr gut, ideal fürs Online-Gaming
- 30–50 ms: gut, für die meisten Spiele völlig ausreichend
- 50–100 ms: spürbar, in schnellen Shootern ein Nachteil
- Über 100 ms: ist deutlich spürbar, schnelle Spiele sind praktisch unspielbar. Für Strategie-, Karten- oder langsamere Games reicht es jedoch.
Der Ping hängt stark davon ab, wie weit der Server entfernt ist und über welche Technologie Sie angebunden sind. Glasfaser liefert die tiefsten Werte, Satelliten-Internet die höchsten. Der Ping zum Gameserver hängt aber mindestens ebenso stark von Serverstandort, Peering und Routing ab, also dem Weg, den die Daten zurücklegen müssen.
Gut zu wissen: iWay optimiert das eigene Netz laufend – damit die Latenzen tief bleiben und im Kernnetz auch dann genügend Bandbreite übrig ist, wenn die halbe Schweiz gleichzeitig ein Spiel-Update herunterlädt.
Ping, Lag, Input-Lag, Server-Lag: die wichtigsten Gaming-Begriffe verständlich erklärt
Rund ums Gaming schwirren viele Fachbegriffe herum. Hier die wichtigsten:
- Latenz / Ping: Die Zeit, die ein Datenpaket von Ihrem Gerät zum Spielserver und zurück braucht. Gemessen in Millisekunden (ms). Je tiefer, desto besser. Der Ping ist der wichtigste Wert fürs Gaming.
- Lag: Der spürbare Effekt eines hohen oder schwankenden Pings – das Spiel «hängt», Gegner springen umher, Ihre Aktionen kommen verzögert an.
- Jitter: Schwankungen des Pings. Ein konstanter Ping ist wichtiger als ein gelegentlich sehr tiefer Wert. Starke Schwankungen führen zu unberechenbaren Lag-Spikes.
- Input-Lag: Die Verzögerung zwischen Ihrer Eingabe (Maus, Controller, Tastatur) und der Reaktion auf dem Bildschirm. Er entsteht an Ihrem Gerät selbst – etwa durch einen langsamen Fernseher oder ein günstiges Display – und hat nichts mit der Internetverbindung zu tun.
- Server-Lag: Verzögerungen, die auf der Seite des Spielservers entstehen, zum Beispiel weil er überlastet oder weit entfernt ist. Dagegen können Sie nichts tun – ausser einen näheren Server zu wählen, falls das möglich ist.
Hardware: Der Router macht den Unterschied beim Gamen
Selbst der schnellste Internet-Anschluss nützt wenig, wenn der Router noch aus der Zeit stammt, in der man Klingeltöne kaufte. Achten Sie beim Router für Gaming auf folgende Punkte:
- Moderne WLAN-Standards: Ein aktueller Router unterstützt mindestens Wi-Fi 6, besser Wi-Fi 7. Wi-Fi 7 bringt fürs Gaming echte Vorteile: das schnelle 6-GHz-Band, breitere Kanäle und «Multi-Link Operation» (MLO), bei der ein Gerät gleichzeitig über mehrere Bänder funkt. Das glättet Aussetzer und senkt die Latenz spürbar.
- Genügend LAN-Ports: Für die kabelgebundene Verbindung Ihrer Konsole oder Ihres PCs.
- Aktuelle Firmware: Halten Sie den Router mit Updates aktuell.
- QoS (Quality of Service): Viele Router lassen sich so einstellen, dass Ihre Konsole oder Ihr Gaming-PC bei der Datenverteilung Vorrang bekommt.
- Durchgängige Bandbreite: Ihre Internet-Verbindung ist immer nur so schnell wie ihr langsamstes Glied. Ein alter 100-Mbit-Switch zwischen Gigabit-Router und Gigabit-Konsole bremst den ganzen Anschluss aus. Prüfen Sie darum die ganze Kette: Router, Switch, Kabel und Netzwerkanschluss des Geräts sollten dieselbe Geschwindigkeit unterstützen. Bei den Kabeln reicht Cat 5e für 1 Gbit/s, für mehr sollte es Cat 6 oder höher sein.
- Gute Platzierung: zentral, frei und weg von Störquellen wie Mikrowellen oder Metallregalen.
Gut zu wissen: iWay setzt auf Router von FRITZ!. Für höchste Ansprüche und 10-Gbit/s-Anschlüsse eignet sich etwa die FRITZ!Box 5690 XGS mit Wi-Fi 7 und einem 10-Gbit-Port. Was Sie sonst noch brauchen, um wirklich von einem ultraschnellen Anschluss zu profitieren, lesen Sie im Beitrag Welche Hardware brauche ich für 10 Gbit/s?.

Konsole am TV oder Gaming-PC am Monitor?
Wer maximale Reaktionsgeschwindigkeit will, ist mit einem Monitor mit tiefem Input-Lag und hoher Bildwiederholrate im Vorteil. Am Fernseher lohnt sich der «Spielmodus» (Game Mode), der die Bildverarbeitung reduziert und so den Input-Lag senkt. Beim Controller vs. Tastatur/Maus gilt: Kabelgebundene oder moderne Funk-Geräte haben heute beide einen sehr tiefen Input-Lag – hier entscheidet vor allem Ihre Vorliebe.
VPN – sinnvoll fürs Gaming oder nicht?
Ein hartnäckiger Gaming-Mythos lautet: Ein VPN macht Ihren Ping besser. Die ehrliche Antwort: In den meisten Fällen ist das leider Wunschdenken. Ihre Daten nehmen über einen VPN-Server einen Umweg, was den Ping in der Regel leicht erhöht, statt senkt.
Es gibt aber Ausnahmen und echte Vorteile:
- DDoS-Schutz: Ein VPN verbirgt Ihre echte IP-Adresse. Das ist vor allem für E-Sportler und Streamer relevant, die zum Ziel von DDoS-Angriffen werden könnten.
- Besseres Routing im Einzelfall: Wenn Ihr Anbieter eine ungünstige Route zum Spielserver nutzt, kann ein VPN den Weg ausnahmsweise verkürzen – das ist aber die Ausnahme.
- Geoblocking umgehen: Mit einem VPN können Sie auf Server oder Releases in anderen Regionen zugreifen. Aber Achtung: Das verstösst oft gegen die Nutzungsbedingungen der Spiele.
Für den durchschnittlichen Gamer ist ein VPN keine Wunderwaffe für einen besseren Ping. Als Sicherheitswerkzeug gegen DDoS oder in öffentlichen WLAN kann es aber durchaus sinnvoll sein. Die Standard-Zockerin braucht aber kein VPN.
Tipps und Hacks für besseres Gaming-Internet
Mit den folgenden Handgriffen verbessern Sie Ihre Verbindung fürs Gamen sofort:
- LAN statt WLAN: Der wirksamste Tipp überhaupt: Verbinden Sie Konsole oder PC per Ethernet-Kabel mit dem Router.
- Router neu starten: Klingt nach dem ältesten IT-Support-Klischee – wirkt aber tatsächlich oft Wunder. Ein Neustart leert den Zwischenspeicher und behebt kleine Fehler.
- Netzwerk entlasten: Pausieren Sie grosse Downloads, Cloud-Backups und Streams anderer Geräte während des Spielens.
- Updates clever timen: Planen Sie automatische Spiele-Updates für die Nacht.
- QoS aktivieren: Priorisieren Sie Ihre Gaming-Geräte im Router.
- Näheren Server wählen: Stellen Sie im Spiel oder in der Plattform (z. B. Steam) die Region auf einen Server in Ihrer Nähe.
- Hintergrund-Apps schliessen: Browser-Tabs, Sync-Dienste und Update-Programme fressen Bandbreite und Rechenleistung.
- Router und Treiber aktuell halten: Firmware des Routers und Treiber der Netzwerkkarte auf dem neuesten Stand halten.
- WLAN optimieren: Falls kein Kabel möglich ist: Router zentral platzieren, 5-GHz- oder 6-GHz-Band nutzen und den richtigen Kanal wählen.
- Speed testen: Prüfen Sie mit einem Speedtest von Ookla regelmässig, ob Ihr Anschluss die versprochene Leistung liefert. Verbinden Sie das Gerät dafür per Netzwerkkabel, sonst messen Sie nur Ihr WLAN.

Fazit: Das brauchen Sie fürs Gaming
Das ideale Internet für Gaming ist stabil, hat einen tiefen Ping und genügend Bandbreite für Downloads. Ein Glasfaseranschluss mit 100 bis 1000 Mbit/s oder mehr, ein LAN-Kabel zwischen Router und Gerät sowie ein moderner Router mit Wi-Fi 7 sind die perfekte Kombination. Grosse Mbit/s-Zahlen allein machen Sie zwar nicht zum besseren Spieler, aber sie sorgen dafür, dass die Technik Ihnen nie im Weg steht.

Steven Glogger ist Lead Transformation, Security & Compliance bei iWay. Technik fasziniert den Netzwerk- und Security-Spezialisten in der IT wie unter Wasser als Tauchlehrer. Abends spielt er leidenschaftlich Call of Duty.
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