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So schützen Sie sich vor Fake-Shops

So schützen Sie sich vor Fake-Shops

Blog| Lesezeit: 7 Minuten
Veröffentlicht: 18. August 2026

Gefälschte Online-Shops sehen oft täuschend echt aus und locken mit extrem günstigen Preisen. Am Ende erhalten Sie Ihre Ware nicht, Ihr Geld ist weg und Ihre persönlichen Daten sind in Gefahr. Wie Sie Fake-Shops erkennen und was Sie im Ernstfall tun können.

Fake-Shops sind betrügerische Online-Shops, die keine Ware liefern oder Daten missbrauchen. Warnsignale sind zum Beispiel ein fehlendes Impressum, nur Vorkasse als Zahlungsmethode, extrem günstige Preise, Rechtschreibfehler oder gefälschte Gütesiegel.

Prüfen Sie vor dem Kauf die URL , Bewertungen, Kontaktmöglichkeiten und nutzen Sie Tools wie den Fakeshop-Finder von Trusted Shops. Bei Verdacht sollten Sie keine Zahlung tätigen, bereits Bezahltes sofort rückbuchen lassen, die Polizei einschalten und den Shop melden.

Was ist ein Fake-Shop?

Ein Fake-Shop ist ein gefälschter Online-Shop, der seriös aussieht, aber in Wirklichkeit von Betrügern betrieben wird. Ziel der Betrüger ist es, Sie zur Zahlung von Produkten zu bewegen, ohne dass danach die Ware geliefert wird. Oft greifen Kriminelle so auch persönliche Daten oder Zahlungsinformationen ab.

Die Gefahr, auf einen solchen Betrug hereinzufallen, wird immer grösser, weil die Qualität der Fake-Shops besser und das Erkennen immer schwieriger wird. Denn viele Fake-Shops nutzen moderne Baukasten-Systeme wie Shopify, um schnell professionell wirkende Shops zu erstellen.

Neben Fake-Shops, die gekaufte Artikel gar nicht erst versenden, gibt es ausserdem immer mehr sogenannte Dropshipping-Shops. Diese verkaufen Billigware aus Niedriglohnländern zu überteuerten Preisen in europäische Länder. Die Betreibenden verwenden oft täuschende Angaben zur Herkunft der Produkte.

Die Übergänge zwischen Fake- und Dropshipping-Shops sind fliessend: Viele Merkmale, die auf Fake-Shops zutreffen, treffen auch auf Dropshipping-Shops zu.

Was sind Beispiele für Fake-Shops?

Betrüger ahmen in Fake-Shops oft bekannte Marken nach oder nutzen saisonale Themen wie Heizöl, Fahrräder oder Elektrogeräte als Lockvögel. Typische Beispiele sind Shops mit Namen wie heiz-fachmann.de, wildlingschuh.com oder kaelte-shop.com.

Die Fake-Shops-Liste des Zertifizierungsunternehmens Trusted Shops führt laufend aktuelle Beispiele auf und zeigt, wie viele Personen bereits durch die Warnung geschützt wurden.

Was sind Dropshipping-Shops? Und wie unterscheiden sie sich von Fake-Shops?

Dropshipping-Shops sind keine Fake-Shops im klassischen Sinne. Sie existieren tatsächlich und liefern auch Ware. Allerdings funktioniert das Geschäftsmodell anders als bei einem klassischen Online-Händler: Dropshipping-Shops haben in der Regel keine eigenen Lagerbestände. Stattdessen leiteten sie Ihre Bestellung direkt an Grosshändler oder Hersteller in Niedriglohnländern wie China weiter. Diese versenden die Ware dann direkt an Sie.

Der Unterschied zum Fake-Shop liegt darin, dass ein Fake-Shop gar keine Ware liefert und es nur auf Ihr Geld abgesehen hat. Dropshipping-Shops liefern in der Regel, jedoch oft mit sehr langen Lieferzeiten, schlechterer Qualität als erwartet, unklaren Rückgabebedingungen und manchmal auch mit versteckten Zollgebühren, die nachträglich anfallen können.

Viele Dropshipping-Shops locken mit vermeintlichen Aktionspreisen und angeblich limitierten Sonderangeboten. Die Rabatte sind dabei oft gar nicht zeitlich limitiert und über das ganze Sortiment hinweg sehr hoch, manchmal bis über 50 Prozent.Typisch sind auch Produktdetails oder Bilder, die von anderen Seiten kopiert wurden.

Viele Dropshipping-Shops haben ausserdem anstelle eines vollständigen Impressums lediglich ein Kontaktformular auf ihrer Website. Das ist ein eindeutiger Verstoss gegen das Schweizer Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG).

Bekannte Schweizer Fake-Shops und problematische Dropshipping-Shops

In der Schweiz gibt es eine wachsende Zahl von Online-Shops, die nach dem Dropshipping-Modell arbeiten oder gar als reine Fake-Shops operieren. Viele davon werben mit einer Schweizer Domain (.ch) und einem Impressum in der Schweiz. Tatsächlich aber liefern sie Ware aus China oder anderen Niedriglohnländern.

Besonders problematisch ist, wenn Dropshipper ihre Produkte oder sich selbst so bewerben, dass sie einen Bezug zur Schweiz suggerieren, der faktisch nicht besteht – zum Beispiel mit «Schweizer Qualität» oder dem Schweizerkreuz. Das verstösst ebenfalls gegen das UWG.

Der Konsumentenschutz hat im Jahr 2026 rund 61 illegale Dropshipping-Shops aufgedeckt und angezeigt. Dabei handelt es sich um Shops mit erfundenen Namen wie kidzly.ch oder baumgartner-ortho.ch, die vorgaben, ein Schweizer Fachgeschäft für Kinderspielzeug oder Orthopädiebedarf zu sein. Tatsächlich aber wurden Bestellungen zu Grosshändlern umgeleitet, die dann die Ware direkt an die Kundinnen und Kunden schickten. Die im Impressum angegebenen Kontaktdaten sowie die Kundenbewertungen waren oftmals gefälscht.

Einer der bekannten problematischen Schweizer Dropshipping-Shops war swisstailored.ch der OG Commerce GmbH mit Sitz in Zug. Dieses verkaufte vermeintliche «italienische Luxus-Herrenschuhe» für CHF 78.99 statt CHF 156.99, während bei Aliexpress Schuhe mit identischen Fotos für CHF 10.00 erhältlich sind.

Zweifelhafte und unseriöse Dropshipping-Shops stehen auf einer Liste, die der Konsumentenschutz führt. Ausserdem führt die Reklamationszentrale eine umfassende Warnliste mit problematischen Online-Shops, darunter viele mit .ch-Domain.

Screenshot von Dropshipping-Shop-Liste von Konsumentenschutz.ch
Problematische Dropshipping-Shops können Sie auf der Liste von konsumentenschutz.ch finden.

Wie erkenne ich einen Fake-Shop?

Achten Sie vor dem Kauf auf mehrere Warnsignale, die auf einen Fake-Shop hindeuten können:

  1. Impressum prüfen: Seriöse Online-Shops haben ein Impressum mit Kontaktdaten wie Namen, Adresse, E-Mail und Telefonnummer. Fehlt ein Impressum in Online-Shops, verstossen die Betreiber damit gegen das Bundesgesetz gegen unlauteren Wettbewerb. Das bedeutet, dass sich die Betreibenden möglicherweise bewusst über das Gesetz hinwegsetzen.
  2. Adresse prüfen: Falls ein Impressum vorhanden ist, prüfen Sie als nächstes, wo sich die Firma befindet. Es gibt viele Anbieter für sogenannte Firmendomizile, insbesondere in steuergünstigen Kantonen wie dem Kanton Zug. Wenn das Unternehmen den Sitz an einem solchen Firmendomizil hat, könnte es sich um einen Fake-Shop handeln. Neben den Firmendomizilen beobachtet der Konsumentenschutz, dass Fake-Shops immer wieder nichtexistierende Adressen verwenden. Suchen Sie im Zweifelsfall die aufgeführte Adresse mit einer Suchmaschine (allenfalls mit dem Zusatz «Firmendomizil»). Falls Sie zu der Adresse gar keine Suchresulate finden, sollten Sie die Finger von dem Online-Shop lassen.
  3. Sprache prüfen: In Zeiten der generativen KI sind Schreibfehler kein zuverlässiges Merkmal mehr, um einen Fake-Shop zu erkennen. Trotzdem sollten Sie auf unübliche Formulierungen achten, zu denen ChatGPT und Co teilweise noch neigen. Generell bedeutet eine gut gestaltete Seite leider nicht zwingend, dass sie auch seriös ist. Die Qualität von Fake-Shops wird dank der genannten Shop-Plattformen immer besser. Das macht das Erkennen immer schwieriger.
  4. Bilder prüfen: Der Konsumentenschutz beobachtet auch, dass Fake-Shops sehr oft Bilder von anderen Websites oder Online-Shops verwenden. Mit Tineye.com oder der Google Bildersuche können Sie nach ähnlichen Bildern suchen. Oft verwenden Fake-Shops auch Bilder von hochwertigen Marken-Artikeln (zum Beispiel bei Werkzeug oder Solar-Akkus) und verkaufen diese dann aber zu verdächtig günstigen Preisen.
  5. Gütesiegel prüfen: Güte- beziehungsweise Qualitätssiegel auf Websites können für die Seriosität eines Online-Shops sprechen. Das wissen auch die Betrüger und schmücken ihre Fake-Shops deshalb gern mit erfundenen Siegeln oder geben Gütesiegel an, die ihnen nie verliehen wurden. Prüfen Sie im Zweifelsfall, ob das Siegel existiert und dem Online-Shop tatsächlich zusteht. Ein vertrauenswürdiges Prädikat für Schweizer Shops ist das Siegel Swiss Online Garantie.
  6. Bewertungen prüfen: Neben den Siegeln veröffentlichen Fake-Shops häufig auch erfundene Produktbewertungen. Wenn Sie auf einer Seite für jedes einzelne Produkt mehrere, nur positive Rückmeldungen finden, Sie von diesem Online-Shop vorher aber noch nie gehört haben, ist das sehr verdächtig. Prüfen Sie deshalb Bewertungsportale wie Trustpilot und Trustedshops. Aber Achtung: Betreiber von Fake-Shops können auch hier gefälschte Bewertungen absetzen.
  7. Preise prüfen: Ebenfalls skeptisch stimmen sollten Sie besonders günstige Preise über das ganze Sortiment hinweg oder wenn die Produkte bei anderen Online-Shops viel mehr kosten. Beides zielt darauf ab, dass Sie übereilt kaufen, statt die Glaubwürdigkeit näher zu prüfen. Die Preise in Fake-Shops müssen aber nicht zwingend extrem tief sein.
  8. Netzprotokoll prüfen: Ein weiteres Warnsignal ist eine URL in der Adressleiste mit http:// statt https://. Denn ohne das S für secure, also sicher, handelt es sich um eine ungesicherte Verbindung. Die Daten könnten also leicht von Dritten abgefangen und ausgelesen werden.
  9. Domain-Adresse prüfen: Eine .ch-Domain ist mittlerweile nur noch ein schwacher Hinweis dafür, dass es sich um einen Schweizer Anbieter handelt. Denn auch Fake-Shop-Betreiber aus dem Ausland nutzen die Schweizer Endung, um seriöser und vertrauenswürdiger zu wirken. Deshalb können Sie auch bei einem Online-Shop mit .ch-Endung nicht automatisch von einer seriösen Anbieterin ausgehen.
  10. Shop-Name prüfen: Suchen Sie nach dem Namen des Online-Shops in einer Suchmaschine. Wenn Sie dabei zum Beispiel den Zusatz «Betrug», «Fake», «Scam» oder «Erfahrung» eingeben, finden Sie allenfalls entsprechende Erfahrungsberichte. Falls Sie gar keine Einträge zum Online-Shop finden – auch keine vom gesuchten Online-Shop selbst – ist das ein deutliches Warnsignal. Denn Betrüger lassen ihre Fake-Shops oft gar nicht von Suchmaschinen indexieren. Auch wenn Sie nur Suchergebnisse auf dem betreffenden Shop selbst finden, kann das ein Hinweis auf einen Fake-Shop sein. Denn viele dieser Shops sind derart kurzlebig, dass sie auf anderen Websites gar nie erwähnt oder besprochen werden.
Screenshot von Fake-Shop-Finder Trustedshops.ch
Plattformen wie trustedshops.ch helfen Ihnen dabei, Fake-Shops zu erkennen.

Was tun, wenn ich bei einem Fake-Shop bestellt habe?

Wenn Sie bereits bestellt und bezahlt haben, aber keine Ware erhalten, sollten Sie schnell handeln.

  1. Kontaktieren Sie so rasch wie möglich Ihr Kreditkartenunternehmen, um die Zahlung rückgängig zu machen. Bei gewissen Kreditkartenanbietern ist auch eine Cyberversicherung für solche Fälle mitinbegriffen.
  2. Ändern Sie umgehend Ihre Passwörter, um weiteren Schaden zu vermeiden. Tun sie das auch bei anderen Konten, bei denen Sie das gleiche Passwort verwendet haben.
  3. Melden Sie den Vorfall bei Ihrer lokalen Polizeistelle. Sie können zudem eine Online-Strafanzeige einreichen.
  4. Bewahren Sie alle relevanten Informationen wie Bestellbestätigung, E-Mails, Website-Adresse und weitere Belege auf.
  5. Kontaktieren Sie Ihren Versicherungsanbieter und melden Sie den Betrug Ihrer Cyberversicherung. Haben Sie keine oder sind Sie unsicher, wie Sie weiter vorgehen sollen, kontaktieren Sie die entsprechende Beratungsstelle.
  6. Melden Sie den Fake-Shop bei Trustedshops.ch und dem Konsumentenschutz.
  7. Informieren Sie die Betreiber der Plattform wie Facebook oder Instagram, wenn Sie darüber auf den Fake Shop gestossen sind.
  8. Melden Sie den Fake Shop auch dem Seco über das Kontaktformular.
  9. Falls Sie einen Fake-Shop als solchen erkannt haben, können Sie ihn beim Bundesamt für Cybersicherheit BACS online melden.

Wie bekomme ich mein Geld von einem Fake-Shop zurück?

Ob Sie Ihr Geld zurückerhalten, hängt von der Zahlungsmethode ab. Je schneller Sie reagieren, desto höher ist die Chance auf eine Rückzahlung.

  • Bei Kreditkartenzahlungen ist oft ein Chargeback-Verfahren (Rückbuchung) beim Kartenanbieter möglich.
  • Bei PayPal melden Sie den Vorfall im Portal und beantragen eine Rückerstattung.
  • Bei TWINT ist eine Rückerstattung leider in der Regel nicht möglich.
  • Auch bei einer Banküberweisung also Vorkasse ist eine Rückholung schwierig, aber ein Versuch über die Bank lohnt sich trotzdem.
  • Beim Kauf auf Rechnung bezahlen Sie diese nicht, sondern melden Sie den Betrug dem Rechnungssteller.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Fake-Shops sind eine reale Gefahr – auch für erfahrene Online-Käufer. Mit kurzem Überprüfen von Punkten wie Impressum, Zahlungsmethoden, Bewertungen und URL können Sie sich jedoch gut schützen. Im Zweifel gilt: Lieber einmal zu viel prüfen als zu schnell bestellen und das Geld verlieren.

Dropshipping-Shops sind nicht grundsätzlich betrügerisch, aber viele von ihnen verschleiern ihr Geschäftsmodell und täuschen Sie über die tatsächliche Herkunft der Ware. Seien Sie besonders vorsichtig bei Shops, die mit «Schweizer Qualität» werben, aber keine transparenten Informationen über Lieferzeiten, Versandkosten oder Rückgabebedingungen bieten.

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Markus Häfliger
PR-Fachmann

Markus Häfliger ist PR-Fachmann und schreibt seit 2018 für iWay. Als ehemaliger IT-Journalist liest er sich in jedes Thema ein. Ihn fasziniert, wie IT unser Leben durchdringt und stets spannend bleibt.

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