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Tschüss UKW, hallo DAB+

Radiohören gehört nach wie vor zu den beliebtesten Mediennutzungsarten. Anders als in der Vergangenheit nutzen aber immer weniger Menschen dafür den Empfang über UKW (Ultrakurzwelle). Mit der zunehmenden Verbreitung des Internets konsumieren immer grössere Bevölkerungsteile Radio auch live oder zeitverzögert als Streaming-Dienst. Ebenfalls steigende Hörerzahlen kann DAB+ für sich beanspruchen.

DAB steht für Digital Audio Broadcasting und damit für die digitale Verbreitungstechnologie der Audiosignale, die die gute alte, analoge Ultrakurzwelle in der Schweiz spätestens per Ende 2024 ablösen soll. Das + bei DAB+ steht für die Weiterentwicklung der digitalen Audiokomprimierung mittels eines ergänzenden Kodierungsverfahrens. Ausserdem soll das + im Namen helfen, die Empfangsgeräte zu kennzeichnen, welche die genannte Verbesserung unterstützen.

Vor- und Nachteile von DAB+

Die Vorteile von DAB+ sind augenscheinlich: Die digitale Übertragungsart erlaubt einen viel störungsfreieren Empfang, und dies innerhalb der ganzen Schweiz. Das ist zum Beispiel dann von Vorteil, wenn man sich im Auto oder Zug befindet. Bei UKW hingegen fährt man zwangsläufig immer mal wieder aus dem Sendegebiet heraus, auch bei nationaler Verbreitung. Lokalradios sind also mit DAB+ überregional empfangbar.

Schön und gut, wären da nicht die vielen noch im Betrieb befindlichen Autos, deren Radios noch nicht über die neue Empfangstechnologie verfügen. Zwar sind heute fast alle Neuwagen mit DAB+ Radios ausgestattet, jedoch die Hälfte der in der Schweiz aktuell genutzten Fahrzeuge verfügen nur über UKW-Empfänger. Hinzu kommt, dass in unseren Nachbarländern immer noch auf UKW gesetzt wird.

Das sind auch die Gründe, weshalb verschiedene prominente Vertreter wie alt Bundesrätin Doris Leuthard oder der Radiomacher Roger Schawinski sich gegen den Zeitplan der Abschaltung aussprechen. Letzterer hat sogar im Juli dieses Jahres beim Bund eine Online-Petition mit 60’000 Unterschriften eingereicht, um die Abschaltung von UKW noch Jahre lang zu verhindern.

Eine Kostenfrage – für Radiobetreiber und Verbraucher

Dem gegenüber steht die Meinung des Verbands Schweizer Privatradios VSP. Dieser stimmte nämlich zusammen noch letztes Jahr gemeinsam mit anderen Regional- und Lokalradio-Verbänden der Abschaltung bis Anfang 2023 zu. Der Verein SRG SSR wollte ursprünglich bereits in einem Jahr im August 2022 den Umstieg vollzogen haben. Mittlerweile hat man sich wieder darauf geeinigt, das ursprünglich geplante Aus des UKW-Radiobetriebs Ende 2024 vollziehen zu wollen.

Gegen eine zu lange Parallelnutzung beider Technologien sprechen die hohen Kosten, die mit der Aufrechterhaltung des UKW-Netzes verbunden sind. Wartung und Betrieb für zwei Funknetze, von denen eines von immer weniger Menschen genutzt wird, machen auf lange Sicht keinen Sinn. Die Zögerer der Radiobranche hingegen befürchten, mit dem Aus des UKW-Netzes Hörer zu verlieren. Sicher, die Umrüstung von Autoradios auf DAB+-Technologie oder die Anschaffung neuer Empfänger zuhause ist mit Kosten für die Verbraucher verbunden.

Ein Blick nach Norwegen dürfte die Befürchtungen gewisser Radioleute in den Wind schlagen. Norwegen war das erste Land, das in Europa Ende 2017 den kompletten Umstieg auf DAB+ vollzog. Dort gingen zunächst die Hörerzahlen tatsächlich zurück, aber nur vorübergehend. Bereits eineinhalb Jahr später pendelten sich die Hörerzahlen wieder auf das Niveau von vor der UKW-Abschaltung ein.

Technologischer Fortschritt lässt sich vielleicht hinauszögern, aber nicht aufhalten

Als Ende der Fünfzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts die ersten Stereo-Schallplatten auf den Markt kamen, war die Technologie schon fast 80 Jahre alt. Und dennoch gab es damals Nutzer, die sich zunächst dagegen sträubten und erst später einsahen, dass die mehrkanalige Wiedergabe viel bessere Klangqualität liefert als bei Monofonie.

Den rein akustische Phonographen des Erfinders Thomas Alva Edison konnte man gemäss Fidelity-Online.de aus physikalischen Prinzipgründen nicht auf Stereo umrüsten, weshalb er monofon blieb. Bei UKW-Radios hingegen geht das – zu einem Aufpreis natürlich. Wer umrüsten will: Autobild.de hat acht DAB+-Adapter fürs Autoradio getestet.

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