Warenkorb
×

Was ist Vishing und wie schütze ich mich davor?

Blog| Lesezeit: 4 Minuten
Veröffentlicht: 30. September 2025 |Zuletzt bearbeitet: 16. Oktober 2025

Bei Vishing versuchen Betrüger mit Telefonanrufen oder Sprachnachrichten, sensible Informationen oder Geld zu ergaunern. Wir zeigen, woran Sie Telefonbetrug erkennen und wie Sie sich davor schützen können.

Vishing (auf Deutsch meist Telefonbetrug) hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Allein die Kantonspolizei Zürich registrierte im Jahr 2023 ganze 188 vollendete Telefonbetrugsfälle mit einem Schaden von rund 5,8 Millionen Franken.

Dabei bilden Schockanrufe nach wie vor einen Schwerpunkt, mit dem Telefonbetrüger Menschen zur Übergabe von hohen Vermögenswerten verleiten. Betrüger sind jedoch stets erfinderisch und versenden beispielweise auch WhatsApp-Nachrichten wie: «Hallo Mama, mein Handy ist kaputt und das ist meine neue Nummer».

Was ist Vishing?

Vishing ist eine Art von Phishing-Methode. Der Kurzbegriff steht für «Voice-Phishing» und wird auf Deutsch meist als Telefonbetrug bezeichnet. Dabei handelt es sich um betrügerische Telefonanrufe oder Sprachnachrichten.

Diese sollen uns dazu verleiten, sensible Informationen wie Anmeldedaten, Kreditkartennummern oder Bankdaten preiszugeben. Die Betrüger nutzen diese Daten dann für Straftaten wie Identitätsdiebstahl oder Finanzdelikte. 

Wie funktioniert Vishing?

Bei Vishing geben sich die Betrüger am Telefon als vertrauenswürdige Person aus, um Ihr Vertrauen zu erwecken. Oft erzeugen sie ein Gefühl der Dringlichkeit, indem sie mit schlimmen Konsequenzen drohen, wenn Sie nicht sofort handeln.

Durch geschickte Gesprächsführung sollen Sie dazu gebracht werden, vertrauliche Informationen preiszugeben. Bei den abgefragten Daten kann es sich um Konto- oder Kreditkarteninformationen, aber auch um Passwörter oder andere persönliche Details handeln.

Vishing oder Telefonbetrug: Mann telefoniert mit Smartphone
Bei Vishing oder Voice-Phishing handelt es sich um betrügerische Anrufe oder Sprachnachrichten, die uns dazu verleiten sollten, sensible Informationen preiszugeben.

Was ist Telefon-Spoofing?

Besonders fies: Beim sogenannten Telefon-Spoofing wird Ihnen auf dem Display eine gefälschte Telefonnummer angezeigt. Das soll den Anschein einer vertrauenswürdigen Quelle erwecken. Dabei kann es sich sogar um die Polizeinotrufnummer 117 handeln.

Was sind Beispiele für Vishing?

Es gib zahlreiche Arten von Vishing und es kommen laufend neue dazu. Diese Liste von Beispielen ist daher bei weitem nicht abschliessend:

  • Falscher Bankmitarbeiter: Der Anrufer gibt sich als Bankangestellter aus und meldet verdächtige Aktivitäten auf Ihrem Konto. Um Sie zu identifizieren fragt er nach Ihren Kontoangaben und Ihrem Passwort. Betrüger können aber auch eine Sprachnachricht versenden, in der sie mitteilen, dass es ein Problem mit dem Konto gibt. Wenn Sie zurückrufen, hören Sie eine Ansage, die Sie auffordert, Zugangs- oder Kartendaten zu hinterlassen. Mit beiden Methoden erhalten die Betrüger Zugriff auf Ihr Bankkonto und können z. B. Geld abheben oder das Konto für andere Straftaten nutzen.
  • Falscher Support-Mitarbeiter: Ein Anrufer gibt sich als Mitarbeiter einer IT-Firma wie Microsoft aus und gibt vor, dass Ihr Computer verseucht sei und repariert werden müsse. Dazu müsse eine Software installiert werden. Dadurch erhalten die Betrüger Fernzugriff auf Ihren Computer und können die Kontrolle über das Gerät übernehmen.
  • Falscher Behördenvertreter: Betrüger geben sich als Vertreter einer Behörde aus und fordern persönliche Daten, um angebliche Probleme zu beheben. Mit diesen Daten können sie leicht Ihre Identität stehlen und in Ihrem Namen Einkäufe tätigen oder gar Straftaten begehen.
  • Enkeltrick: Der Enkeltrick ist der klassische Telefonbetrug. Beim Enkeltrick geben sich Betrüger am Telefon als Enkel oder nahe Verwandte aus und schildern eine Notlage, z. B. finanzielle Probleme. Das Ziel ist, das Opfer unter Druck zu setzen und zur schnellen Übergabe von Geld oder Wertsachen zu bewegen.
  • Schockanrufe: Bei einem Schockanruf gibt sich ein Betrüger z. B. als Polizist oder Verwandter aus. Er erzählt eine dramatische Geschichte, etwa einen Unfall oder eine Festnahme, um Angst und Stress auszulösen. Das Opfer soll dann sofort Geld oder Wertsachen übergeben, um die Situation angeblich zu retten.
  • KI-gestützte Anrufe: Betrüger benutzen heute auch künstliche Intelligenz, um vertraute Stimmen nachzumachen – zum Beispiel die von Familienmitgliedern. So wirken ihre Anrufe noch glaubwürdiger.
Newsletter abonnieren

Sie möchten keine Beiträge mehr verpassen? Dann abonnieren Sie unseren monatlichen Newsletter!

 
 

Wie kann sich Vishing auswirken?

Wenn Vishing-Betrüger Erfolg haben, können sie auf Ihre Kosten einkaufen, Geld überweisen oder Kredite aufnehmen. So verlieren Sie nicht nur Ihr Geld – es können sogar Schulden entstehen.

Betrüger fragen zunehmend auch nach einfachen Daten wie Name, Geschlecht oder Alter. Mit diesen Angaben können sie Ihre Identität stehlen oder sie im Internet verkaufen.

So schützen Sie sich vor Vishing

  • Lassen Sie sich nie von der angezeigten Telefonnummer täuschen. Sie kann gefälscht sein (Spoofing)
  • Treffen Sie nie unter Zeitdruck am Telefon Entscheidungen. Besprechen Sie im Zweifelsfall die Angelegenheit vorher mit Personen aus Ihrem persönlichen Umfeld
  • Fordert jemand am Telefon Geld oder setzt Sie unter Druck, beenden Sie das Gespräch sofort und informieren Sie die Polizei über die Notrufnummer 117
  • Überweisen oder übergeben Sie auf keinen Fall Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen
  • Vereinbaren Sie mit Ihren Eltern respektive Kindern ein Codewort für Notfälle. Damit können Sie überprüfen, ob die Person am Telefon wirklich diejenige ist, für die sie sich ausgibt, oder ob die Stimme mit KI gefälscht ist
  • Geben Sie niemals persönliche Informationen wie Kreditkartendaten, Bankkontodaten, familiäre oder finanzielle Umstände oder ähnliches an
  • Werden Sie dazu aufgefordert, Passwörter anzugeben oder zu ändern oder Kreditkartendaten zu verifizieren, legen Sie am besten sofort auf 
  • Öffnen Sie keine Websites und installieren Sie keine Programme, auch wenn Sie dazu gedrängt werden
  • Öffnen Sie auch keine Anhänge oder Links, welche Ihnen der Anrufer vor, während oder nach dem Gespräch sendet
  • Geben Sie einer Person, die Sie anruft, nie Zugang auf Ihren Computer per Fernzugriff
  • Sind Sie nicht sicher, legen Sie auf und rufen Sie das Unternehmen mit der Telefonnummer auf dessen Website an, um zu überprüfen, ob ein Anruf legitim war
  • Nehmen Sie sich insbesondere auf dem Smartphone auch von verwandten Phishing-Methoden wie Smishing (SMS-Betrug), Quishing (QR-Code-Betrug) oder Phishing-Mails in Acht

Was tun, wenn man Opfer von Vishing wurde?

Wenn Sie befürchten, Opfer von Vishing geworden zu sein, handeln Sie sofort:

  • Ändern Sie Ihre Passwörter
  • Lassen Sie die betroffene Karte sperren und kontaktieren Sie umgehend das Finanzinstitut
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei
  • Informieren Sie das Unternehmen, in dessen Namen die Betrüger Sie kontaktiert haben
  • Melden Sie den Betrug auch beim Bundesamt für Cybersicherheit BACS

Je schneller Sie reagieren, desto eher können Sie mit einem blauen Auge davonkommen.

Henry Salzmann
Datenschutzverantwortlicher

Henry Salzmann ist CISO und seit 2018 bei iWay. Der diplomierte Elektroingenieur begeistert sich für WLAN, TV, Telefonie und Sicherheit. Seine Steckenpferde sind Smart Home, Amateurfunk und Making.

Telefonie

ab CHF

pro Monat

ab CHF

8.–

pro Monat