WLAN mit 2,4 GHz, 5 GHz oder 6 GHz: Was ist der Unterschied?
Blog| Lesezeit: 3 Minuten
Veröffentlicht: 20. Januar 2026
Beim heimischen WLAN gibt es die Frequenzbänder 2,4 GHz, 5 GHz und neu auch 6 GHz. Wir erklären die Unterschiede und warum das Umstellen der Frequenz heute nicht mehr sinnvoll ist.
WLAN-Frequenzbänder sind die Funkbereiche, über die drahtlose Netzwerke Daten übertragen. Beim WLAN zu Hause kommen vor allem 2,4 GHz und 5 GHz zum Einsatz. Neuere Geräte unterstützen zusätzlich 6 GHz.
Das Wichtigste über die WLAN-Frequenzbänder 2,4 GHz, 5 GHz und 6 GHz
- Das 2,4-GHz-Band bietet eine grössere Reichweite. Es ist jedoch häufig stark ausgelastet und dadurch störungsanfälliger als die anderen Bänder.
- Das 5-GHz-Band bietet eine höhere Geschwindigkeit bei geringerer Reichweite. Es ist meist weniger stark ausgelastet und daher weniger störungsanfällig als das 2,4-GHz-Band.
- Das neue 6-GHz-Band ermöglicht noch höhere Geschwindigkeiten als 5 GHz bei etwas geringerer Reichweite. Es ist allerdings noch nicht weit verbreitet.
- WLAN-Router verwenden alle zwei respektive drei WLAN-Bänder gleichzeitig.
Was ist eine WLAN-Frequenz?
Ein WLAN-Frequenzband ist der Funkbereich, in dem ein WLAN-Signal gesendet wird. Die Frequenz wird in Hertz (Hz) gemessen. Die heute verbreitetsten WLAN-Frequenzen sind 2,4 GHz, 5 GHz und 6 GHz.
Das Frequenzband beeinflusst die Reichweite, Stabilität und Geschwindigkeit Ihrer WLAN-Verbindung.
Was ist der Unterschied zwischen Frequenz, Band und Kanal?
Die drei Begriffe Frequenz, Frequenzband und Kanal klingen ähnlich, bezeichnen jedoch 3 unterschiedliche Dinge:
- Die Frequenz gibt an, wie oft sich ein Vorgang innerhalb einer Zeitspanne wiederholt.
- Ein Frequenzband benennt einen Frequenzbereich, zum Beispiel von 2,4 GHz bis 2,48 GHz als das 2,4-GHz-Band.
- Ein Kanal wiederum ist ein definierter und genormter Frequenzbereich innerhalb eines Frequenzbandes. Kanäle werden oft mit Nummern oder Buchstaben bezeichnet.
Warum gibt es verschiedene WLAN-Frequenzbänder?
Die verschiedenen WLAN-Frequenzbänder 2,4 GHz, 5 GHz und 6 GHz sind historisch bedingt. Sie lassen sich primär auf die technischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Zeit ihrer Entwicklung zurückführen.
Jede WLAN-Frequenz hat jedoch ihre eigenen Eigenschaften sowie Vor- und Nachteile.
Was kann 2,4 GHz?
Das 2,4-GHz-Band zeichnet sich durch eine höhere Reichweite aus, es ist aber beträchtlich langsamer als die anderen Bänder. Ausserdem ist das 2,4-GHz-Band deutlich anfälliger auf Störungen. Denn es ist oft sehr stark durch WLAN und andere Geräte belegt.
Viele einfache und günstige Geräte wie IoT-Sensoren mit geringen Geschwindigkeitsanforderungen verwenden aus Kosten- und Energiegründen jedoch nur 2,4 GHz.
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Was kann 5 GHz?
Das 5-GHz-Band bietet viel mehr Platz und damit ist eine höhere Geschwindigkeit möglich. Die Reichweite ist hingegen geringer als bei 2,4 GHz. Das Band ist ausserdem deutlich weniger störungsanfällig, da es in der Regel weniger stark belegt ist.
Auf gewissen Bereichen des 5-GHz-Bandes laufen auch Radarsysteme. Daher müssen WLAN-Router regelmässig die Frequenz auf solche Signale überprüfen und allenfalls einen Frequenzwechsel einleiten.
Zudem ist die Nutzung des unteren 5-GHz-Bandes (5,15 - 5,35 GHz) ausschliesslich auf das Innere von Gebäuden beschränkt.
Was kann 6 GHz?
Das neue 6-GHz-Band bietet noch mehr Platz. Es erlaubt eine noch höhere Geschwindigkeit und tiefere Latenzzeit als das 5-GHz-Band bei etwas geringerer Reichweite. Dieses Band ist wenig anfällig für Störungen und bietet eine hohe Kapazität für viele Teilnehmende.
Um das 6-GHz-Band zu nutzen, müssen der WLAN-Router und das Endgerät mindestens Wi-Fi-6E-fähig sein. Das ist heute meist noch nicht der Fall. Daher ist dieses Frequenzband für die meisten Nutzerinnen und Nutzer aktuell noch nicht interessant.

Soll ich das WLAN-Frequenzband umstellen?
Modernde WLAN-Router besitzen zwar unabhängige Funkgeräte für 2,4 GHz und 5 GHz, ab Wifi 6E zusätzlich noch für 6 GHz. Diese lassen sich theoretisch einzeln abschalten. Das macht jedoch keinen Sinn, da diese Funkgeräte gleichzeitig senden und empfangen.
Mit Hilfe des sogenannten Band Steering wählt das Endgerät dabei zusammen mit dem Router das geeignetste Frequenzband. Im Falle eines Frequenzwechsels wegen Radardetektion leitet der Router die Endgeräte sogar vorläufig aufs 2,4-GHz-Band und danach wieder zurück. Das Band Steering ist jedoch nur möglich, wenn alle Frequenzbänder den gleichen WLAN-Namen (SSID) haben.
Die Empfehlung, den WLAN-Funknetzen unterschiedliche Namen zu geben, um diese im Endgerät manuell wählen zu können, ist damit veraltet.

Henry Salzmann ist CISO und seit 2018 bei iWay. Der diplomierte Elektroingenieur begeistert sich für WLAN, TV, Telefonie und Sicherheit. Seine Steckenpferde sind Smart Home, Amateurfunk und Making.


