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WLAN Access Point: Wann er sich lohnt und worauf es ankommt

WLAN Access Point: Wann er sich lohnt und worauf es ankommt

Blog| Lesezeit: 6 Minuten
Veröffentlicht: 4. August 2026

Ein Access Point bringt das WLAN-Signal auch an entlegenere Ecken wie den oberen Stock, den Keller oder den Garten. Wir erklären Ihnen, wann er die richtige Wahl ist und worauf Sie achten müssen.

Wenn das WLAN im Homeoffice schwach ist oder im Garten komplett ausfällt, liegt das nicht am Internetanschluss, sondern daran, dass das Signal des WLAN-Routers nicht so weit reicht. In so einem Fall schafft ein Access Point gezielt neue, stabile Funkzellen dort, wo Sie diese brauchen.

Wir erklären, was ein Access Point genau macht, wie er sich von Repeater und Mesh unterscheidet und worauf Sie bei Kauf und Platzierung achten sollten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Access Point erweitert das WLAN um einen zusätzlichen Funkpunkt, der per Kabel (LAN) mit dem Router verbunden ist.
  • Er eignet sich besonders für grosse Wohnungen, Häuser mit mehreren Stockwerken, Büros oder Gärten mit schwachem Signal.
  • Im Gegensatz zum Repeater funkt ein Access Point mit voller Geschwindigkeit, weil er die Daten über Kabel weiterreicht.
  • Mesh-Systeme sind komfortabler bei der Einrichtung, Access Points bieten dafür mehr Kontrolle, Stabilität und oft ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • Die Anzahl der benötigten Geräte hängt von Fläche, Bauweise und Anzahl der Nutzenden ab – als Richtwert gilt ein Gerät pro 80 bis 150 Quadratmeter.
  • Beim Kauf zählen unter anderem WLAN-Standard, Power over Ethernet und eine zentrale Verwaltung.

Was ist ein Access Point überhaupt?

Ein Access Point (AP), auf Deutsch Zugangspunkt, ist ein Gerät, das ein kabelgebundenes Netzwerk um WLAN erweitert. Er wird per Netzwerkkabel an einen Router, einen Switch oder direkt an eine Netzwerkdose angeschlossen und sendet ein eigenes WLAN-Signal aus.

Anders als ein Router übernimmt ein reiner Access Point keine Aufgaben wie Internetverbindung, Firewall oder Zuteilung von IP-Adressen. Er ist ausschliesslich für die WLAN-Verbindung zuständig und arbeitet dem Router quasi zu.

In der Praxis sieht das oft so aus: Der Router steht im Keller oder Gang, wo der Internetanschluss liegt. Ein Netzwerkkabel führt von dort zu einem Access Point im oberen Stockwerk oder in eine weit entfernte Ecke des Gebäudes. Dieser stellt dann ein zusätzliches, starkes WLAN-Signal genau dort zur Verfügung, wo es gebraucht wird.

Was genau macht ein Access Point im Netzwerk?

Technisch gesehen wandelt ein Access Point die Daten aus dem kabelgebundenen Netzwerk in Funksignale um und umgekehrt. Er verhält sich für die Endgeräte wie ein eigenständiger WLAN-Sender, ist im Hintergrund aber über Kabel mit dem restlichen Netzwerk verbunden.

Das hat einen entscheidenden Vorteil: Die Verbindung zwischen Access Point und Router läuft nicht über WLAN, sondern über ein physisches Kabel. Das ist deutlich zuverlässiger und schneller als WLAN.

Viele Access Points lassen sich zudem so einrichten, dass sie denselben Netzwerknamen (SSID) wie der Hauptrouter verwenden. Für die Nutzenden entsteht dadurch der Eindruck eines einzigen, grossen WLAN, obwohl im Hintergrund mehrere Geräte zusammenarbeiten. Dabei wechselt das Smartphone beim Gehen durch die Wohnung automatisch zum jeweils stärksten Sender, ohne dass Sie sich manuell neu verbinden müssen.

WLAN Access Point an der Decke

Wann hilft ein Access Point?

Ein Access Point lohnt sich immer dann, wenn die Reichweite des Router-WLAN nicht ausreicht, aber bereits eine Netzwerk-Verkabelung vorhanden ist oder sich unkompliziert nachrüsten lässt. Typische Situationen sind:

  • Mehrstöckige Häuser, in denen der Router im Erdgeschoss steht und es im Dachgeschoss oder Keller kaum noch WLAN-Empfang gibt.
  • Grosse Wohnungen oder Büros mit dicken Wänden, Betondecken oder viel Metall, die das Funksignal stark dämpfen.
  • Aussenbereiche wie Garten, Terrasse oder Werkstatt, die WLAN-Abdeckung benötigen.
  • Umgebungen mit vielen gleichzeitig verbundenen Geräten, etwa in Büros oder bei Veranstaltungen.

Wo bereits Netzwerkkabel verlegt sind, ist ein Access Point fast immer die einfachste und zuverlässigste Lösung, um das WLAN überall hinzubringen.

Access Point oder Repeater: Was ist besser?

Ein Repeater empfängt das vorhandene WLAN-Signal und sendet es verstärkt weiter, ganz ohne Kabel. Das macht ihn einfach in der Einrichtung, hat aber einen technischen Nachteil: Da der Repeater Empfang und Weiterleitung über dieselbe Funkfrequenz abwickelt, halbiert sich die verfügbare Bandbreite in der Regel. Je nach Abstand zum Router kann das Signal am Repeater ohnehin schon geschwächt ankommen, wodurch sich dieser Effekt noch verstärkt.

Ein Access Point umgeht dieses Problem komplett, weil die Verbindung zum Router über Kabel läuft und nicht über WLAN. Dadurch steht am Zugangspunkt die volle Bandbreite zur Verfügung, unabhängig davon, wie weit er vom Router entfernt ist.

Wenn Sie bereits eine Verkabelung besitzen oder Netzwerkkabel verlegen können, ist ein Access Point meist die bessere Wahl. Ein Repeater ist vor allem dann interessant, wenn keine Verkabelung möglich ist und Sie eine schnelle, unkomplizierte und kostengünstige Lösung suchen.

Access Point oder Mesh-System: Was passt besser?

Ein Mesh-System besteht aus mehreren baugleichen Geräten, die untereinander kommunizieren und sich leicht einrichten lassen. Dabei werden alle Punkte über eine App automatisch konfiguriert, das Netzwerk organisiert sich weitgehend selbst und Endgeräte wechseln nahtlos zwischen den Mesh-Punkten. Das macht Mesh besonders attraktiv für alle, die eine schnelle Lösung ohne grosses technisches Vorwissen suchen.

Klassische Access Points punkten dagegen mit mehr Kontrolle: Sie lassen sich einzeln und detailliert konfigurieren. So können Sie damit beispielsweise ein separates Gäste-WLAN, unterschiedliche Sendeleistungen pro Etage oder eigene Netzwerksegmente für smarte Geräte einrichten.

Ausserdem sind viele Access-Point-Lösungen im professionellen Bereich pro abgedeckten Quadratmeter günstiger als vergleichbare Mesh-Systeme, besonders wenn bereits eine Verkabelung vorhanden ist.

Mesh-Geräte kommunizieren zudem teilweise per Funk untereinander. Das kann bei einer ungünstigen Platzierung wieder zu den gleichen Bandbreiteneinbussen wie beim Repeater führen, sofern kein dediziertes Backhaul-Band genutzt wird.

Kurz gesagt: Mesh ist die bequemere Lösung für alle, die schnell und ohne Kabelverlegung ein flächendeckendes Netz wollen. Access Points ist die leistungsfähigere Wahl für alle, die bereits eine Netzwerk-Verkabelung haben oder maximale Kontrolle und Stabilität wünschen.

Netzwerk-Dose
Ist bereits eine Netzwerk-Verkabelung vorhanden, sind Access Points die erste Wahl.

Wie viele Access Points brauche ich?

Die richtige Anzahl Access Points hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Grundfläche
  • Anzahl Stockwerke
  • Bauweise
  • Menge gleichzeitig genutzter Geräte

Als grober Richtwert deckt ein guter Access Point in normalen Wohngebäuden etwa 80 bis 150 Quadratmeter zuverlässig ab. Bei massiven Wänden, Stahlbeton oder Fussbodenheizung sollten Sie die Fläche jedoch eher niedriger ansetzen. Denn diese Materialien dämpfen das Signal stärker. In der Praxis empfiehlt es sich, pro Stockwerk mindestens einen Access Point einzuplanen, sofern die Etage nicht sehr klein ist.

In Büros mit vielen gleichzeitig verbundenen Endgeräten kann es zudem sinnvoll sein, mehr Access Points mit geringerer Sendeleistung statt weniger Geräte mit voller Leistung einzusetzen. So lässt sich die Netzwerklast besser verteilen.

Worauf sollte ich beim Kauf achten?

Beim Kauf eines Access Points lohnt sich ein Blick auf die technischen Eckdaten. Der unterstützte WLAN-Standard ist entscheidend: Aktuelle Geräte mit Wi-Fi 7, Wi-Fi 6E oder Wi-Fi 6 bieten höhere Geschwindigkeiten und eine bessere Leistung bei vielen gleichzeitigen Verbindungen als ältere Standards.

Wichtig ist ausserdem, dass der Access Point sogenanntes Power over Ethernet (PoE) unterstützt. Damit wird das Gerät über das Netzwerkkabel gleichzeitig mit Strom versorgt und benötigt keine separate Steckdose.

Für grössere Umgebungen mit mehreren Access Points lohnt sich zudem ein System mit einer zentralen Verwaltung über eine Oberfläche oder App. So können Sie alle Geräte einheitlich konfigurieren, Firmware-Updates zentral einspielen und die Auslastung gut im Blick behalten.

Wer viele Smart-Home-Geräte, Gäste-WLAN und ein internes Firmennetz trennen möchte, sollte zudem auf Unterstützung von mehreren SSID und VLAN achten.

Wo soll ich den Access Point platzieren?

Die Platzierung des Access Points entscheidet oft mehr über die WLAN-Abdeckung als das Gerät selbst. Er sollte möglichst zentral und frei stehen, idealerweise erhöht angebracht, etwa an der Decke oder hoch oben an der Wand.

Vermeiden Sie zudem Hindernisse wie Metallschränke, Spiegel, Aquarien und dicke Betonwände in der Nähe. Denn diese können das Signal deutlich schwächen oder reflektieren.

Bei mehreren Access Points ist eine gleichmässige Verteilung wichtiger als eine Häufung in einem Bereich. Überschneiden sich die Funkbereiche zu stark, kann es zu gegenseitigen Störungen kommen. Daher sollten Sie bei benachbarten Access Points idealerweise unterschiedliche Funkkanäle einstellen.

Machen Sie vor der endgültigen Montage eine kurze Messung mit einer WLAN-Analyse-App. So erkennen Sie Bereiche ohne ausreichende Abdeckung frühzeitig und können die Position bei Bedarf noch anpassen.

Fazit

Ein Access Point ist die richtige Wahl, wenn Sie WLAN-Lücken zuverlässig und mit voller Geschwindigkeit schliessen möchten, insbesondere wenn bei Ihnen bereits Netzwerkkabel liegen oder verlegt werden können.

Er schlägt den Repeater in punkto Geschwindigkeit deutlich. Gegenüber Mesh-Systemen bietet er mehr Kontrolle und oft ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis, die Einrichtung ist jedoch etwas aufwändiger.

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Henry Salzmann
Datenschutzverantwortlicher

Henry Salzmann ist CISO und seit 2018 bei iWay. Der diplomierte Elektroingenieur begeistert sich für WLAN, TV, Telefonie und Sicherheit. Seine Steckenpferde sind Smart Home, Amateurfunk und Making.

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