Was Sie über Passwort-Manager wissen sollten
Blog| Lesezeit: 5 Minuten
Veröffentlicht: 29. April 2025 Zuletzt bearbeitet: 26. Juni 2025
Vergessen Sie ständig Ihre Passwörter? Oder nutzen Sie unvorsichtigerweise überall das gleiche Kennwort? Mit einem Passwort-Manager können Sie sichere Passwörter erstellen und einfach speichern. Wir erklären, worauf Sie dabei achten sollten.
Wir sind in sozialen Medien aktiv, erledigen unsere Bankgeschäfte online und kaufen im Internet ein. Dafür benötigen wir zahlreiche Passwörter. Fachleuten zufolge haben die meisten Menschen in der Schweiz Dutzende, oft sogar über 50 verschiedene Online-Identitäten, wenn man alle registrierungspflichtigen Online-Dienste mitzählt.
Wer dabei überall dasselbe Passwort nutzt, läuft Gefahr, dass bei einem Datenleck sämtliche Konten kompromittiert werden. Das kann zu Datenverlust und Identitätsdiebstahl führen. Deshalb sollte man aus Sicherheitsgründen für jeden Online-Zugang ein eigenes, starkes Passwort verwenden. Viele Dienste erzwingen mittlerweile sogar komplizierte Passwörter, die eine gewisse Mindestzahl an Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen beinhalten.
Warum sollte ich einen Passwort-Manager nutzen?
Sich all diese Passwörter zu merken, ist allerdings mühsam, wenn nicht gar unmöglich. Genau das aber können Passwort-Manager. Mit ihnen lassen sich komplizierte Passwörter automatisch erstellen, sicher speichern und einfach verwalten. Das hat den Vorteil, dass man sich nur noch ein einziges (Master-)Passwort merken muss.
Wie funktionieren Passwort-Manager?
Passwort-Manager sind Programme, die auf einem Gerät laufen oder in einer Cloud. Mit ihnen können Sie Passwörter und Benutzernamen verschlüsselt aufbewahren und verwalten. Passwort-Manager erstellen für Sie automatisch sichere Passwörter, sichern diese in einem digitalen Speicher und schützen sie mit einem Master-Passwort. Ein Passwort-Manager verschafft Ihnen damit automatisch Zugriff auf sämtliche Daten, die Sie für die Anmeldung bei Ihren Online-Konten benötigen.
Sie möchten keine Beiträge mehr verpassen? Dann abonnieren Sie unseren monatlichen Newsletter!
Welche Arten von Passwort-Managern gibt es?
Es gibt eine Vielzahl an Passwort-Managern. Sie unterscheiden sich hauptsächlich in der Art, wie sie betrieben werden.
- Online-Dienste speichern die Passwörter in einer Cloud-Datenbank verschlüsselt ab. Das hat den Vorteil, dass sich die Zugangsdaten für Ihre Online-Konten automatisch über verschiedene Geräte synchronisieren lassen.
- Mit im Browser eingebauten Zusatzfunktionen wie browser-eigene Passwortverwaltung bei Chrome, Firefox und Co. lassen sich Zugangsdaten ebenfalls über unterschiedliche Geräte hinweg synchronisieren. Sie sind allerdings weit weniger sicher als separate Passwort-Manager. Denn bekanntlich sind gerade Browser häufig von Sicherheitslecks betroffen. Auch bieten sie nicht denselben Funktionsumfang wie eigenständige Passwort-Manager-Lösungen.
- Wer Zweifel an der Cloud-Sicherheit hat, kann stattdessen auf lokale, auf dem Computer gespeicherte Lösungen wie KeyPass setzen. Man muss dann aber je nachdem in Kauf nehmen, die Daten auf verschiedenen Geräten selbst auf dem gleichen Stand zu halten. Solche (Open-Source)-Programme erfordern zudem auch etwas mehr technisches Verständnis.
Worauf sollte ich bei der Wahl eines Passwort-Managers achten?
Welche der für Sie passende Passwort-Manager ist, hängt von Ihren persönlichen Bedürfnissen ab. Bei der Wahl sollten Sie mindestens darauf achten, dass das Produkt über eine starke Verschlüsselung (mindestens AES-256-Bit) verfügt und das «Zero-Knowledge-Prinzip» erfüllt (der Hersteller kann Ihre Daten nicht einsehen).
Ebenfalls praktisch ist eine plattformübergreifende Unterstützung, wenn Sie zum Beispiel den Passwort-Manager für Windows, macOS, Android-Smartphones und / oder Ihr iPhone nutzen wollen. Produkte mit Notfall-Zugriff ermöglichen es Ihnen zudem, im Ernstfall (z. B. bei Tod oder Unfall) einer Vertrauensperson Zugang auf Ihre Online-Konten zu gewähren.
Was auch praktisch sein kann: Gewisse Produkte erlauben es, Ihre Passwörter sicher mit anderen zu teilen, ohne dass diese das Passwort sehen können. Das kann zum Beispiel nützlich sein, wenn man Freunden oder Bekannten den Zugriff auf das WLAN oder Streaming-Dienste geben möchte. LastPass, Sticky Password, NordPass und Dashlane sind Beispiele für Passwort-Manager, mit denen man Passwörter sicher teilen kann.
Eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) ist ratsam, damit der Passwort-Manager mit einer zusätzlichen Sicherheitsebene geschützt ist. Das automatische Ausfüllen bietet eine komfortable Handhabung und schützt vor Keyloggern, sodass Unbefugte Ihre Passwörter nicht über die Tastatureingabe abgreifen können. Achten Sie bei der Wahl darauf, dass sowohl der Zugang zum Tresor als auch die Verwaltung von 2FA-Codes unterstützt wird.
Reicht ein kostenloser Passwort-Manager?
Für die private Nutzung reicht ein kostenloser Passwort-Manager oft aus. Die besten kostenlosen Tools wie Bitwarden, Dashlane, LastPass und NordPass und Proton Pass bieten bereits eine starke Verschlüsselung, die Synchronisation über mehrere Geräte hinweg, einen Passwort-Generator, das automatische Ausfüllen von Passwörtern und Zwei-Faktor-Authentifizierung.
Bei kostenpflichtigen Versionen oder Produkten bekommt man im Abo oder mit Einmalkauf üblicherweise Zusatzfunktionen wie Dark-Web-Überwachung, Notfallzugriff, VPN-Schutz, erweiterten Support oder mehr Speicherplatz, um zusätzlich Notizen und Dokumente abzuspeichern.

Haben iPhones einen Passwort-Manager?
Das iPhone und alle anderen Apple-Geräte verfügen über einen eignen geräteübergreifenden Passwort-Manager. Apple hat nämlich mit iOS 18 und MacOS 12 (Monterey) eine eigenständige Passwörter-App eingeführt, die automatisch auf den Geräten mit entsprechendem Betriebssystem-Update verfügbar ist.
Die App hat eine benutzerfreundliche Oberfläche, mit der man auf die Daten des iCloud- Schlüsselbunds zugreifen kann. In der App werden neben Passwörtern auch Passkeys, Bestätigungscodes (2FA) und WLAN-Zugänge angezeigt. Die Inhalte lassen sich durchsuchen, bearbeiten, teilen oder löschen. Ausserdem gibt sie Hinweise zur Sicherheit und zum Ändern Ihrer Passwörter.
Was ist der Unterschied zwischen Apples Passwörter-App zum iCloud-Schlüsselbund?
Der iCloud-Schlüsselbund ist der zugrundeliegende Dienst von Apple für die Passwörter-App. Er synchronisiert im Hintergrund die Zugangsdaten zwischen dem iPhone und allen Apple-Geräten (wie Mac, iPad, Apple Watch und Apple Vision), die mit derselben Apple-ID angemeldet sind.
Für Nutzerinnen und Nutzer, die sich nur im Apple-Ökosystem bewegen ist die Passwörter-App mit iCloud Schlüsselbund eine einfache und sichere Lösung.
Ein vollwertiger Passwort-Manager hingegen bietet mehr Möglichkeiten, ist plattformübergreifend nutzbar und eignet sich deshalb für Nutzerinnen und Nutzer, die mit verschiedenen Betriebssystemen unterwegs sind oder zusätzliche Sicherheits- und Organisationsfunktionen brauchen.
Gibt es einen Passwort-Manager für Android-Smartphones?
Android-Smartphones bringen von Haus aus den Passwort-Manager von Google mit. Er ist in das Betriebssystem und den Chrome-Browser integriert und steht allen Nutzerinnen und Nutzern eines Google-Kontos kostenlos zur Verfügung. Mit ihm können Sie alle Passwörter für Websites und Apps zentral im Google-Konto speichern, verwalten und über alle Geräte, auf denen Sie mit dem Google-Konto angemeldet sind, synchronisieren.
Der Google Passwort Manager erlaubt Ihnen das automatische Ausfüllen der Anmeldedaten auf Apps und Websites, aber auch den Zugriff über die Passwort-Manager-Website von Google auf Passwörter von anderen Betriebssystemen aus. Daneben bietet er 2FA- und Passkey-Unterstützung sowie biometrische Authentifizierung.
Darüber hinaus gibt es Alternativen für Android, wenn Sie Unabhängigkeit vom Google-Konto wünschen: Die genannten Lösungen Bitwarden, Dashlane, LastPass oder 1Password sowie Keeper Security verfügen über erweiterte Funktionen wie Passwort-Sicherheitschecks, Notfallzugriff und sichere Notizen – alles mit plattformübergreifender Nutzung.
Gibt es einen Schweizer Passwort-Manager?
Es gibt zwei Schweizer Passwort-Manager-Lösungen. Beide werden von Schweizer Firmen entwickelt und erfüllen die Anforderungen des Schweizer Datenschutzes mit Datenspeicherung in der Schweiz:
- SecureSafe ist die bekannteste Lösung. Sie bringt eine starke Verschlüsselung und Zusatzfunktionen wie Dokumentensafe oder eine digitale Nachlassverwaltung. In der Gratis-Version lassen sich bis 10 Passwörter und bis zu 100 MB Dokumente im Cloud-Speicher sichern.
- PassSecurium bietet eine starke Verschlüsselung, 2FA und Offline-Modus. In der kostenlosen Version können Sie bis zu 50 Passwörter speichern.

Markus Häfliger ist PR-Fachmann und schreibt seit 2018 für iWay. Als ehemaliger IT-Journalist liest er sich in jedes Thema ein. Ihn fasziniert, wie IT unser Leben durchdringt und stets spannend bleibt.


