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G.fast-Technologie macht DSL überraschend schnell

Blog| 16. August 2022 | Lesezeit: 3 Minuten

Dank G.fast und FTTS lassen sich auf alten Telefon-Kupferleitungen erstaunliche Geschwindigkeiten von bis zu 500 Mbit/s erreichen. Diese DSL-Technologie kann zum Einsatz kommen, wenn das Zuhause noch nicht an ein Glasfasernetz angeschlossen ist und nicht von FTTH profitieren kann.

G.fast, der Standard der internationalen Fernmeldeunion ITU, ermöglicht der DSL-Technik Übertragungsraten von bis zu 1 Gbit/s über Telefon-Kupferkabel (Up- und Download zusammengezählt). Allerdings trifft das nur auf kurze Leitungsdistanzen von maximal 250 Meter zu.

Damit eignet sich G.fast ideal für FTTS (Fiber to the Street), eine Brückentechnologie zu FTTH (Fiber to the Home). Bei FTTS führt die Glasfaser von einer Zentrale zum nächsten Verteilschacht auf der Strasse. Von dort geht es dann mit den bestehenden Kupferkabel weiter zum Gebäude. Das erlaubt einen schnelleren flächendeckenden Ausbau als er bei FTTH möglich wäre.

High Tech holt das letzte aus Kupfer raus

G.fast wird von der ITU standardisiert (ITU-T G.9701) und steht für «Fast Access to Subscriber Terminals». Der Begleitstandard G.9700 legt fest, dass G.fast Funkdienste wie UKW-Radio (87,5 bis 108 MHz) nicht stört. Das ist notwendig, weil G.fast sehr hohe Frequenzen bis zu 106 oder sogar 212 MHz verwendet.

Denn hohe Frequenzen führen auf Kupferkabeln zu grossen Problemen. Neben der grossen Dämpfung der hochfrequenten Signale ist das sogenannte Nebensprechen die grösste Herausforderung.

Der Begriff Nebensprechen stammt noch aus Zeiten der analogen Telefonie. Er bezeichnet das Phänomen, dass man einen fremden Anruf auf der eigenen Leitung hört, weil sich zwei Drähte im Telefonkabel gegenseitig beeinflussen. Diese Beeinflussung kommt auch bei DSL vor. Die Störung ist dabei jedoch deutlich grösser: Das Internet funktioniert dann nämlich nicht mehr.

G.fast verwendet analoge Kupferleitungen: schwarzes analoges Telefon mit Drehscheibe
Mit G.fast und FTTS lassen sich auf alten Telefon-Kupferleitungen beeindruckende Geschwindigkeiten von bis zu 500 Mbit/s erreichen.

Um dem Nebensprechen vorzubeugen, wird Vectoring eingesetzt. Eine Software berechnet direkt im Kabelverteiler ein invertiertes (entgegengesetztes) Störsignal für jedes Adernpaar der Leitung. Dieses Signal wird dann dem ursprünglichen Nutzsignal hinzugefügt und neutralisiert das Nebensprechen.

Eine weitere Massnahme, um Geschwindigkeit und Reichweite zu erhöhen ist die sogenannte Vorwärtsfehlerkorrektur (Forward Error Correction, FEC). Damit werden mehr Daten als nötig (redundant) gesendet, um möglichen Fehlern vorzubeugen. Treten bei der Übertragung Fehler auf, kann der Empfänger diese erkennen und mithilfe der redundanten Daten korrigieren.

Bereits viele G.fast-Router erhältlich

Noch vor wenigen Jahren befand sich der Ausbau von G.fast in der Schweiz in den Kinderschuhen. Entsprechend waren sehr wenige Produkte erhältlich. Heute sieht das ganz anders aus. Die Technologie wird heute breit unterstützt und hat volle Fahrt aufgenommen.

Am Markt sind deshalb auch viele G.fast-fähige Router diverser Hersteller erhältlich. Ebenso ist der FTTS-Ausbau von Swisscom in der Zwischenzeit weit fortgeschritten. Dadurch verfügt ein grosser Teil der Bevölkerung ohne Glasfaseranschluss immerhin über schnelles DSL. Das mag die Wartezeit auf FTTH zumindest ein wenig erträglicher machen.

Nachteile von G.fast

Bei aller Freude über das Wunderwerk G.fast gibt es auch Nachteile. Trotz G.9700 stören auch G.fast-basierte DSL-Strecken das Funkspektrum etwas. In Gegenzug können auch DSL- Verbindungen beeinträchtigt werden.

Ausserdem muss die Hausinstallation der Kupferleitung sauber ausgeführt sein. Kabelverzweiger oder offene Leitungsstücke verringern die Übertragungsrate nämlich immens und sorgen insgesamt für ein instabileres und störanfälligeres Signal. Deshalb ist, wo vorhanden, ein Glasfaseranschluss einem DSL-Anschluss stets vorzuziehen.

Was bringt die Zukunft?

Mit NG.fast (Next Generation) wird bereits an der nächsten Generation der DSL-Technik gearbeitet. Damit sollen bis zu 10 Gbit/s auch auf Kupferleitungen schlechter Qualität übertragen werden können.

Allerdings verkürzt sich damit die verwendbare Streckenlänge weiter. NG.fast ist aktuell noch im Prototypenstadium und auch noch nicht ITU-standardisiert. Die Technologie stellt aber eine vielversprechende Option für die Zukunft dar. Bis 2030 soll es soweit sein. Bleibt zu hoffen, dass bis dahin der Glasfaserausbaus soweit fortgeschritten ist, dass die gute alte Kupferleitung nur noch die Ausnahme für den Zugang zu schnellem Internet sein wird.

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