11 Tipps, um Roaming-Kosten zu vermeiden
Blog| Lesezeit: 5 Minuten
Veröffentlicht: 9. Juni 2026
Das Handy ist auch in den Ferien immer dabei. Beim internationalen Roaming lauern jedoch einige fiese Kostenfallen. Unsere 11 Tipps helfen Ihnen dabei, teure Roaming-Kosten zu vermeiden.
Eine der wohl nützlichsten Funktionen des modernen Mobilfunks ist internationales Roaming. Denn wenn wir im Ausland unterwegs sind, möchten wir unser Handy möglichst wie zu Hause benutzen.
Ist man dabei aber nicht vorsichtig, flattert nach den Ferien eine dicke Handy-Rechnung ins Haus. Das muss aber nicht sein. Wir geben Ihnen 11 einfache Tipps, mit denen Sie Roaming-Kosten vermeiden können.
Was ist Roaming und wann entstehen dabei Kosten?
Roaming bezeichnet die Nutzung des Handys in einem ausländischen Mobilnetz. Dabei können bei Schweizer Handy-Abos Kosten entstehen für:
- abgehende und ankommende Anrufe pro Minute
- abgehende und selten ankommende SMS pro Stück
- Daten pro MB
1 Roaming ausschalten
Das Roaming ganz ausschalten ist vielleicht etwas radikal, dafür einfach und sicher. Denn schalten Sie bei Ihrem Smartphone Roaming ab, können im Ausland für Daten gar keine Kosten entstehen. Sie können dann jedoch das mobile Internet nicht nutzen.
Achtung: Bei den meisten Smartphones lässt sich nur das Daten-Roaming abschalten. Anrufe und SMS funktionieren und kosten also immer noch.

2 Kostenlimite festlegen
Bei vielen Telekomanbieten können Sie eine monatliche Obergrenze für die Roaming-Kosten festlegen. Sobald Sie diese Limite erreicht haben, wird das Roaming blockiert und es entstehen keine weiteren Kosten.
Achtung: Je nach Anbieter darf diese Limite nicht Null betragen, da auch Datenpakete darunter fallen können.
3 Roaming-Daten-Paket erwerben
Wenn Ihr Handy-Abo kein Datenvolumen für Ihr Reiseland enthält oder dieses aufgebraucht ist, sollten Sie ein entsprechendes Datenpaket erwerben. Vermeiden Sie unbedingt, mobile Daten nach Verbrauch per MB zu bezahlen. Denn das wird ganz schnell richtig teuer.
4 Abo mit Datenvolumen fürs Ausland wählen
Für Personen, die sich viel im Ausland aufhalten, kann sich ein Mobile-Abo mit inbegriffenem Datenvolumen im Ausland lohnen. Achten Sie bei der Wahl darauf, dass die entsprechenden Länder auch wirklich inbegriffen sind.
Für die Durchschnittsperson zahlt sich ein solches Abo jedoch nur selten aus. Da ist es günstiger, für die Reise ein entsprechendes Roaming-Paket zu erwerben.
Sind Roaming-Gebühren in der EU nicht abgeschafft worden?
Mit der Einführung des «Roam Like at Home»-Gesetzes hat die Europäische Union Roaming-Gebühren in der EU zwar verboten. Für Schweizer Handy-Abos gilt das aber nicht. Wir müssen in der EU auch weiterhin für Roaming bezahlen.
Dennoch hat sich die Lage auch für Schweizer Mobilfunkkundinnen und -kunden etwas entspannt. Seit dem 1. Juli 2021 gelten nämlich neue rechtliche Regeln für Roaming.
So werden beispielsweise Roaming-Kosten seither pro Sekunde und nicht mehr gerundet auf volle Minuten abgerechnet. Ausserdem müssen Optionen mit einem Datenvolumen oder Minuten mindestens 12 Monate gültig sein.
5 Beim Telefonieren aufpassen
Auch beim Telefonieren in Ausland können Roaming-Kosten entstehen und zwar für abgehende und eingehende Anrufe. Achtung: Normalerweise können Sie bei Ihrem Smartphone nur das Datenroaming deaktivieren. Das Telefonie-Roaming ist also immer aktiv, wo immer Sie sich auch befinden.
Verfügen Sie über kein Telefonie-Roaming-Paket oder Inklusivminuten, fallen für jedes Gespräch meist ziemlich hohe Minutengebühren an. Machen Sie daher nur unbedingt notwendige Anrufe und halten Sie sich dabei kurz. Wenn Sie Inklusivdaten oder ein Datenpaket haben, telefonieren Sie über das Internet. Das ist deutlich günstiger.
6 Lokale SIM-Karte kaufen
Mit einer SIM-Karte eines Telekomanbieters Ihres Reiselandes zahlen Sie die gleichen Tarife wie die Einheimischen. Wenn Sie auf beiden Nummern erreichbar sein möchten, benötigen Sie dazu allerdings ein Smartphone, das zwei SIM-Karten fassen kann (Dual SIM). Ansonsten sind Sie nur auf einer Nummer erreichbar.
Bei neueren Geräten ist auch die Nutzung einer eSIM möglich. Das erlaubt Ihnen, ein Abo oder einen Prepaid-Vertrag eines ausländischen Anbieters zu kaufen, ohne dass Sie auf eine physische SIM-Karte warten müssen. Teilweise können Sie sogar bereits von zu Hause aus eine eSIM übers Internet kaufen. Suchen Sie sich einen vertrauenswürdigen Anbieter, prüfen Sie beispielsweise Bewertungen genau.
7 WLAN nutzen und Daten sparen
Im Zeitalter von breit verfügbarem 4G oder 5G ist es vielen nicht mehr so bewusst: Das Verwenden von WLAN spart sehr viel mobile Daten und kann den Datenverbrauch auf einen Bruchteil reduzieren.
Achtung: Verbinden Sie sich nur mit vertrauenswürdigen WLAN-Netzen. Offene und öffentliche WLAN sollten Sie meiden. Mit unseren 7 WLAN-Tipps für die Ferien surfen Sie sicher.

8 Mobile Daten für unwichtige Apps sperren
Bei vielen Apps ist uns gar nicht bewusst, dass sie mobile Daten verbrauchen. Am besten sperren Sie daher vor den Ferien auf Ihrem Smartphone die mobilen Daten für alle Apps. Anschliessend geben Sie die mobilen Daten nur für jene Apps frei, die Sie wirklich benötigen.
Auch Software-Updates können schnell einmal einige GB ausmachen und damit leicht ein durchschnittliches Datenpaket aufbrauchen. Updates sollten Sie daher nur über WLAN herunterladen.
9 Auf Voicemail verzichten
Wenn Sie im Ausland sind und jemand auf Ihre Voicemail-Box anruft, kann das in gewissen Fällen ziemlich teuer werden. Problematisch ist die bedingte Umleitung bei besetzt, Nichtabnehmen oder Nichterreichbarkeit. Ein Anruf kann in so einem Fall gleich dreimal kosten:
- als international eingehendes Gespräch (ankommende Anrufe kosten)
- als international ausgehendes Gespräch in die Voicemail-Box
- und dann nochmals beim Abhören
Dafür fallen jeweils Roaming-Kosten an. Günstiger ist es, Voicemail im Ausland zu deaktivieren.
10 Wi-Fi Calling deaktivieren
Achtung bei aktiviertem Wi-Fi Calling: Anrufe über Wi-Fi Calling funktionieren, wie wenn das Gespräch von zu Hause aus geführt würde.
Damit telefonieren Sie also quasi von der Schweiz aus, was hohe Kosten verursachen kann, wenn teure Auslandgespräche verrechnet werden. Daher sollten Sie Wi-Fi Calling im Ausland vorsichtshalber deaktivieren.
11 Apps nutzen, die kein Internet benötigen
Es gibt auch Apps, die ganz ohne Internetverbindung auskommen. Das sind typischerweise Stadtpläne, Strassenkarten oder Navigationssysteme. Aber auch Währungsrechner, Übersetzer oder Reiseführer gehören oft dazu.
Apps, die GPS verwenden, funktionieren auch ohne Internet. Bei Google Maps beispielsweise können Sie Offlinekarten Ihrer Ferienumgebung herunterladen. Solange Ihr Ziel sich innerhalb der Karte befindet, funktioniert damit auch der Routenplaner.
Bei vielen Apps können Sie ausserdem Inhalte herunterladen, um sie dann im Offline-Modus zu nutzen. So können Sie auf Streaming-Diensten Musik, Podcasts oder Filme zu Hause herunterladen und diese dann in den Ferien auch ohne Internetverbindung geniessen. Das ist auch praktisch für die Hin- und Rückreise.
Laden Sie die Apps respektive Inhalte einfach zu Hause herunter und schalten Sie dann im Ausland mobile Daten für diese Apps aus.
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Markus Häfliger ist PR-Fachmann und schreibt seit 2018 für iWay. Als ehemaliger IT-Journalist liest er sich in jedes Thema ein. Ihn fasziniert, wie IT unser Leben durchdringt und stets spannend bleibt.


